Justizministerium Neues Gesetz soll Grenzen der Werbung für Influencer definieren

Nach Prozessen gegen Markenbotschafter will die Bundesregierung Klarheit schaffen. Wann ein Beitrag als Werbung zu kennzeichnen ist, soll eindeutiger geregelt werden.

Cathy Hummels musste sich wegen verbotener Werbung auf Instagram verantworten - und gewann vor Gericht
Tobias Hase / DPA

Cathy Hummels musste sich wegen verbotener Werbung auf Instagram verantworten - und gewann vor Gericht


Werbebotschafter im Internet können künftig auf eine eindeutige Rechtslage hoffen. Wie der Staatssekretär im Justizministerium, Gerd Billen, im ZDF sagte, soll mithilfe eines Gesetzes klarer als bisher beantwortet werden, was etwa auf der Social-Media-Plattform Instagram als Werbung zu kennzeichnen ist.

"Dass Beiträge, die bezahlt werden, als Werbung gekennzeichnet werden müssen, ist eine Selbstverständlichkeit und muss auch in Zukunft erfolgen", erläuterte Billen. Man könne Rechtssicherheit schaffen, indem nicht alles und jedes schon aus Angst vor einer Abmahnung als Werbung gekennzeichnet werde.

Das Justizministerium reagiert damit auf ein Urteil, das Ende April Aufsehen erregte: Die Influencerin Cathy Hummels hatte sich für einen ihrer Instagram-Beiträge vor Gericht verantworten müssen.

Hummels war vorgeworfen worden, in ihren Beiträgen auf Websites von Herstellern verwiesen und damit Werbung für diese betrieben zu haben. Hummels argumentierte dagegen, sie habe die Verlinkungen zu den Herstellerseiten "aus reiner Begeisterung" eingefügt - und als Service für ihre Fans. Gegenleistungen habe es nicht gegeben.

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Das Landgericht München wies die Zivilklage eines Berliner Verbands ab. Informierte Internetnutzer wüssten, dass Hummels mit ihrem Instagram-Profil kommerzielle Interessen verfolge. Insofern handele es sich auch nicht um unlautere Werbung. Influencer sind für viele Jugendliche Idole und setzen in den sozialen Medien durch ihre große Reichweite Trends. (Lesen Sie hier, was die Internetstars verdienen)

Das Urteil bedeutete jedoch keine Klärung der Rechtslage, ob sogenannte Influencer überhaupt noch Dinge anpreisen dürfen, ohne das als Reklame zu kennzeichnen.

fek/dpa



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