Aufteilung von Innogy E.on will bis zu 5000 Jobs abbauen

Die Energiekonzerne E.on und RWE wollen den Netzbetreiber und Ökostromerzeuger Innogy aufteilen. Dabei könnten Tausende Arbeitsplätze verloren gehen - vor allem bei E.on.
Logos von RWE und E.on

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Foto: Fotos: DPA

Der Energiekonzern E.on rechnet nach der Übernahme des Netz- und Vertriebsgeschäfts der RWE-Tochter Innogy mit dem Abbau von bis zu 5000 Arbeitsplätzen. Gleichzeitig hofft E.on, im kommenden Jahrzehnt Tausende neue Arbeitsplätze schaffen zu können.

RWE erwartet bei der Neuordnung seiner Geschäftsfeldern bislang keine Jobverluste. Das gaben E.on und RWE am Montagabend in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt.

Die Aufsichtsräte der beiden Energiekonzerne hatten zuvor einen weitgehenden Tausch von Geschäftsaktivitäten besiegelt. Die RWE-Tochter Innogy wird im Rahmen dieses Deals zerschlagen und unter den beiden Konzernen aufgeteilt.

RWE will die komplette Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von Innogy und E.on übernehmen. E.on fokussiert sich künftig auf die Netze und den Vertrieb. Die Aktien der Unternehmen legten am Montag teils stark zu. (Was die Übernahme im Detail für die Unternehmen und Verbraucher bedeutet, lesen Sie hier.)

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die bei RWE einflussreichen NRW-Kommunen sehen die geplante Neuordnung bei den Energieriesen im Prinzip positiv. Der Chef des Verbraucherzentralen-Verbands, Klaus Müller, teilte mit, dass die Konsequenzen des Deals genau geprüft werden sollten - auch mit Blick auf die Strompreise.

Das Bundeskartellamt wollte das Geschäft und mögliche rechtliche Hürden nicht kommentieren. Vermutlich prüft ohnehin die EU-Kommission den Fall - Brüssel kommt dann zum Zuge, wenn es um sehr große Firmen geht, deren Zusammenschluss grenzüberschreitende Auswirkungen hat.

RWE wieder im Plus

RWE erwartet für das laufende Jahr einen Gewinnrückgang. 2018 schlage der Tiefpunkt der Strompreisentwicklung der vergangenen Jahre durch, teilte das Unternehmen am Dienstag in Essen mit. So erwartet der Stromerzeuger ein bereinigtes Nettoergebnis von 700 Millionen bis eine Milliarde Euro, das bereinigte operative Ergebnis soll bei 4,9 bis 5,2 Milliarden Euro liegen.

Im vergangenen Geschäftsjahr kehrte RWE nach einem Milliardenverlust 2016 wieder in die Gewinnzone zurück. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 1,9 Milliarden Euro, nach einem Fehlbetrag von 5,7 Milliarden Euro 2016. Dabei profitierte der Konzern auch von der Rückzahlung der Atomsteuer. Bereinigt erzielte der Stromerzeuger 1,2 Milliarden Euro und erreichte damit die selbst gesteckten Ziele.

E.on hat sich ungeachtet der geplanten Innogy-Transaktion neue Wachstumsziele bis 2020 gesetzt. Mit dem bestehenden Portfolio - also noch inklusive des Geschäfts mit Erneuerbaren Energien - will E.on bis 2020 das operative Ergebnis durchschnittlich um drei bis vier Prozent jährlich steigern, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Für 2017 wies E.on einen Gewinn von etwa 1,4 Milliarden Euro aus.

ssu/dpa-AFX/Reuters
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