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11. September 2019, 14:55 Uhr

Soldatenfliege statt Sojamehl

Geflügelkonzern will Tiere mit Insekten mästen

Sojafutter in der Tiermast steht in der Kritik, weil für den Anbau in Südamerika große Flächen gerodet werden. Der Geflügelkonzern Wiesenhof will deshalb auf alternative Futtermittel ausweichen.

Der Geflügelfleisch-Marktführer Wiesenhof will in Zukunft Insektenmehl an seine Tiere verfüttern - und so den Sojaanteil im Futter senken. "Unser Ziel ist es, künftig auf den Zusatz von Soja in unserem Geflügelfutter so weit wie möglich zu verzichten", sagte der Chef des Wiesenhof-Mutterkonzerns PHW, Peter Wesjohann.

In Protein aus Insekten sehe das Unternehmen eine geeignete Alternative. Allerdings sei noch nicht absehbar, "wann wir genau Soja im Geflügelfutter durch Insektenproteine ersetzen können". Wichtig sei aber, jetzt die Weichen dafür zu stellen.

Bisher ist die Nutzung von Insektenmehl im Tierfutter wegen EU-Vorgaben aus der Zeit der BSE-Krise um die Jahrtausendwende untersagt. Über seinen kanadischen Partner Enterra beantragte PHW daher bei der EU-Kommission eine Zulassung von Insektenmehlen in Geflügel- und Schweinefutter.

Wiesenhof hofft, dass diese Vorschriften gelockert werden. Dann könnte als alternative Energiequelle zum Beispiel die Soldatenfliege herhalten: Deren Larven zieht das Unternehmen Enterra auf Nahrungsabfällen auf. Die Insekten wandeln die Nährstoffe des Abfalls in Eiweiß und Fett um und werden dann gemahlen. "Aus zwei Kilogramm Lebensmittelabfall können wir ein Kilogramm Insektenmehl gewinnen", sagte Wesjohann der "NOZ". PHW arbeitet seit August 2018 mit Enterra zusammen.

Der Anbau von Soja ist vor dem Hintergrund großflächiger Rodungen im Regenwald Südamerikas in die Kritik geraten. Die PHW-Gruppe verfüttert derzeit pro Jahr 240.000 Tonnen Sojaschrot an Hähnchen.

beb/dpa

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