Insolvente Drogeriekette Unilever stellt Lieferung an Schlecker ein

Firmenpatriarch Anton Schlecker will seine insolvente Drogeriekette selbst sanieren, doch ein wichtiger Geschäftspartner macht Ärger: Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen hat Hersteller Unilever die Warenlieferung eingestellt. Nun drohen leere Regale.

Schlecker-Filiale in Freiburg: Die Regale könnten sich schnell leeren
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Schlecker-Filiale in Freiburg: Die Regale könnten sich schnell leeren

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Hamburg - Leere Regalreihen kennen Schlecker-Kunden schon: Im vergangenen Jahr waren sie der sichtbare Beweis für die Schwierigkeiten der Drogeriekette. Damals bestritt das Unternehmen, grundlegende Probleme zu haben. Jetzt ist das anders: Mitten in den Insolvenzverhandlungen reißt der Warenstrom ab. Einer der größten Hersteller von Konsumgütern, die Firma Unilever, hat die Lieferungen an Schlecker eingestellt.

"Unilever liefert derzeit keine Waren an Schlecker", sagte Unilever-Sprecher Konstantin Bark SPIEGEL ONLINE. Das gelte seit Montag und so lange, bis der Insolvenzverwalter die Zahlung der Ware sicherstellen kann. Unilever gehe aber davon aus, "dass sich die Situation schnell klären wird".

Schnelligkeit ist für Schlecker jetzt überlebenswichtig. Zwar halten sich andere Lieferanten mit Aussagen über ihre Warenlieferungen zurück, aber kaum ein Hersteller wird einer insolventen Drogeriekette Produkte überlassen, ohne dass die Bezahlung geklärt ist.

Schwierige Beziehung zu Lieferanten

Tatsächlich ist die Zusammenarbeit mit den Lieferanten seit Monaten problematisch, sagt Thomas Roeb, Handelsexperte von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Roeb hat Schlecker selbst beraten und sagt: "Die Belieferung mit Ware ist seit längerem schon ein großes Thema bei Schlecker, auf dieser Ebene glimmt es schon."

Damit es nicht anfängt zu brennen, sind jetzt vor allem die Verhandlungen des Insolvenzverwalters mit den Lieferanten wichtig, zu denen neben Unilever auch andere große Konsumgüterkonzerne wie Henkel, Beiersdorf oder Procter & Gamble sowie viele Mittelständler gehören.

Die wenigsten Lieferanten wollen sich derzeit über ihre Geschäftsbeziehungen mit Schlecker äußern. Henkel-Sprecher Wulf Klüppelholz verweist lediglich darauf, dass Forderungen aus der Zeit vor dem Insolvenzantrag versichert seien. Die Hersteller schützen sich vor einer Pleite ihrer Handelspartner in der Regel mit Kreditversicherungen. "Finanziell würde uns ein Zahlungsausfall von Schlecker nicht betreffen", sagt Klüppelholz.

Hersteller fürchten Duopol von Rossmann und dm

Henkel, Unilever, Beiersdorf und Co. übten allerdings nur wenig Druck aus, sagt der Handelsexperte Roeb: "Auch die Hersteller haben ein Interesse daran, dass Schlecker überlebt - sonst stünden sie auf dem deutschen Markt nur noch zwei starken Drogerieketten gegenüber." Rossmann und dm könnten Preise und Konditionen dann noch stärker diktieren.

Schlecker habe von der Sorge vor einem Duopol lange profitiert, sagt der Handelsexperte: "Die großen Lieferanten stützen Schlecker bereits." Denn als die Umsätze bei der Drogeriekette im vergangenen Jahr einbrachen, musste Schlecker auch seine Warenbestellungen reduzieren, beanspruchte aber weiterhin dieselben Mengenrabatte - und bekam sie häufig auch, sagt Roeb: "Nach den Umsatzrückgängen Ende vergangenen Jahres sind die Lieferanten bei den Konditionsverhandlungen nicht immer bis ans Limit gegangen."

Sollte Schlecker vom Markt verschwinden, fehlte den Herstellern von Waschmitteln, Cremes und Shampoo "ein wichtiger Absatzkanal", wie Unilever-Sprecher Bark zugibt. Die Drogeriekette gehöre immer noch zu den Großkunden, sagt Schlecker-Berater Roeb: "Nicht jede Schlecker-Filiale macht Verlust - das Unternehmen hat Tausende Standorte, die profitabel sind." Er halte das aktuelle Management für "absolut kompetent - sowohl fachlich, als auch menschlich".

Ob das und die Planinsolvenz reichen, das Unternehmen grundlegend zu sanieren, kann Roeb allerdings auch nicht sagen. Selbst als Berater von Schlecker hat er nicht immer jede Information aus dem Unternehmen bekommen.

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spiegel-hai 24.01.2012
1. Bock zum Gärtner
Zitat von sysopFirmenpatriarch Anton Schlecker will sein Unternehmen selbst*sanieren, doch die Umstände sind äußerst widrig: Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen hat Hersteller Unilever die Warenlieferung an die Drogeriekette eingestellt. Nun drohen leere Regale*- keine gute Voraussetzung für das Insolvenzverfahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,811149,00.html
Der Kernpunkt wurde offensichtlich übersehen: Anton Schleckers Geschäftspolitik ist ja gerade die Ursache des Desasters, und ihn (was im Insolvenzverfahren möglich ist) statt des Insolvenzverwalters selbst die Firma führen zu lassen, wäre gleichbedeutend damit, den Bock zum Gärtner zu machen. Unilever hat mit Sicherheit kein generelles Problem, Schlecker weiter zu beliefern - wenn Anton Schlecker da nichts mehr zu melden hat. Üebernimmt der Insolvenzverwalter, werden die Lieferungen wieder aufgenommen. Unilevers Beispiel werden andere Lieferanten folgen.
ogniflow 24.01.2012
2. Schleckerland
Schleckerland gründen und der EU beitreten, dann finden sich schon genug Trottel (Steuerzahler) die all die Rettungspakete,Hebel,usw. stemmen!
Nonvaio01 24.01.2012
3. Nein
Zitat von spiegel-haiDer Kernpunkt wurde offensichtlich übersehen: Anton Schleckers Geschäftspolitik ist ja gerade die Ursache des Desasters, und ihn (was im Insolvenzverfahren möglich ist) statt des Insolvenzverwalters selbst die Firma führen zu lassen, wäre gleichbedeutend damit, den Bock zum Gärtner zu machen. Unilever hat mit Sicherheit kein generelles Problem, Schlecker weiter zu beliefern - wenn Anton Schlecker da nichts mehr zu melden hat. Üebernimmt der Insolvenzverwalter, werden die Lieferungen wieder aufgenommen. Unilevers Beispiel werden andere Lieferanten folgen.
Sorry aber Schlecker ist pleite, wenn man eine Risiko analyse macht kommt dabei herraus das man Schlecker nur noch mit vorkasse beliefern kann. Auch mit einem insolvenzverwalter wird es nicht besser. Der Umsatz ist seit jahren gesunken und wird wohl auch nicht besser. warum sollte ich dann noch meine wahre auf kredit liefern?
janne2109 24.01.2012
4.
haben die nicht bereits vor längerer Zeit die Lieferung eingestellt?? Ich sah jedenfalls sehr leere Regale.
frank_w._abagnale 24.01.2012
5. Schuld der Gewerkschaften
Traurig, was da mit Schlecker passiert. Unglaublich, dass Gewerkschaften in diesem Land ein Unternehmen erst jahrelang drangsalieren, schließlich in die Pleite treiben und damit tausende Arbeitsplätze vernichten dürfen.
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