Insolventer Cabriospezialist Karmann droht Blitz-Abwicklung

Die Wirtschaftskrise hat der Traditionsfirma Karmann in die Insolvenz getrieben. Jetzt droht dem Cabriohersteller wegen akuter Finanznot schon am 1. November das Aus. 1500 Mitarbeiter müssten dann sofort entlassen werden.


Osnabrück/Stuttgart - Dem insolventen Cabriospezialisten Karmann droht wegen akuter Finanznot schon am 1. November das endgültige Aus. Der Sprecher von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann, Pietro Nuvoloni, bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Es sieht sehr ernst aus", sagte er.

"Der Insolvenzverwalter befindet sich in sehr intensiven Gesprächen mit den Auftraggebern, die noch offene Rechnungen haben", sagte Nuvoloni. Ziel sei es, dass noch in letzter Minute Geld gezahlt werde, um die endgültige Schließung Karmanns zu verhindern.

Bei einer völligen Zahlungsunfähigkeit müsste der Betrieb geschlossen, die noch verbliebenen rund 1500 Mitarbeiter sofort entlassen und der Besitz versteigert werden. Ein Großteil der Maschinen und die Immobilien gehören allerdings nicht der insolventen Karmann GmbH, sondern der nicht insolventen Karmann KG.

Der Elektroautosparte geht es besser

Die erst kürzlich neu gegründete Karmann-Tochter E-Mobil GmbH, die Elektroautos entwickelt, sei außerdem von der insolventen Unternehmensmutter zum Teil unabhängig, sagte Unternehmenssprecher Christian Eick. In den nächsten Tagen werde der Prototyp des Elektroautos "E3" an den Oldenburger Energieversorger EWE vertragsgemäß ausgeliefert. Es gebe noch weitere Aufträge für die Elektroauto-Sparte, die auch abgearbeitet werden sollten, sagte Eick.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Insolvenzverwalter Hermann wegen der Schließung von Teilbereichen des Osnabrücker Traditionsunternehmens Massenentlassungen angekündigt. Etwa die Hälfte der Mitarbeiter müsste demzufolge gehen. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat in dieser Frage seien noch nicht beendet, sagte Nuvoloni.

Auch die Gespräche zum Verkauf etwa des Verdeckbaus liefen auf Hochtouren. "Aber so ein Prozess kann nicht über einige wenige Tage über die Bühne gehen", sagte er. All diese Fragen würden überschattet von der aktuellen Finanznot.

mip/dpa



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