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09. März 2012, 13:57 Uhr

Insolvenz

Baden-Württemberg bittet um Staatskredit für Schlecker

Hoffnung für die Mitarbeiter von Schlecker: Die Landesregierung von Baden-Württemberg wird sich bei der Bundesregierung für ein Darlehen der staatlichen KfW-Bank einsetzen. Mit dem Geld soll den rund 12.000 Beschäftigten der insolventen Drogeriekette, die ihre Jobs verlieren, geholfen werden.

Stuttgart - Das Land Baden-Württemberg will offenbar alles tun, um den Schlecker-Beschäftigten zu helfen, die ihre Arbeitsplätze verlieren sollen. Wie das Finanz- und Wirtschaftsministerium mitteilte, wird sich die Landesregierung beim Bund für ein KfW-Darlehen einsetzen. Mit einem Kredit von 70 bis 75 Millionen Euro könnte der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz eine Transfergesellschaft für die fast 12.000 Mitarbeiter finanzieren, deren Jobs in Gefahr sind.

"Unser Engagement gilt den betroffenen Mitarbeiterinnen, nicht Anton Schlecker", sagte der baden-württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD). Die staatliche KfW-Bankengruppe mit Sitz in Frankfurt am Main vergibt normalerweise Kredite an Mittelständler - diese dürfen aber keine Sanierungsfälle oder insolvent sein. In Ausnahmefällen kann die KfW im Auftrag der Bundesregierung Darlehen vergeben und hat das im Fall Opel bereits getan.

Schmid hatte Schlecker bereits Bürgschaften für eine Transfergesellschaft versprochen und gesagt, das Angebot gelte auch für den Fall, dass sich ein seriöser Investor zur Rettung des Unternehmens findet. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht den Bund in der Pflicht, das Bundeswirtschaftsministerium verwies dagegen auf die Länder. Da es Schlecker-Filialen in fast allen Bundesländern gibt, müssten sich die Länder untereinander über die Verteilung des Risikos einigen - und lehnten eine aktive Unterstützung der insolventen Drogeriekette bisher ab.

In der kommenden Woche sollen die Schlecker-Beschäftigten endlich Gewissheit über die von Schließung betroffenen Märkte haben. Die vorläufigen Listen mit insgesamt 2400 Filialen liegen derzeit zur Zustimmung bei der Gewerkschaft Ver.di und dem Gesamtbetriebsrat. Insolvenzverwalter Geiwitz hatte die Listen nach Prüfung durch eine Unternehmensberatung erstellt.

"Der Ball liegt jetzt auf der Arbeitnehmerseite", sagte ein Schlecker-Sprecher. Sobald Geiwitz Rückmeldung habe, sollen zeitnah zuerst die Mitarbeiter und dann die Öffentlichkeit informiert werden. Das soll laut dem Unternehmenssprecher im Laufe der kommenden Woche passieren.

nck/dpa/dapd

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