Insolvenzgerüchte DAK dementiert mögliche Beitragserhöhung

Deutschlands drittgrößte Krankenkasse leidet unter Mitgliederschwund. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" drängt die Versicherungsaufsicht deshalb darauf, notfalls höhere Zusatzbeiträge zu erheben. Doch das ist laut DAK nicht geplant.

DAK-Karte: Allein 300.000 Mitglieder verloren 
dapd

DAK-Karte: Allein 300.000 Mitglieder verloren 


Hamburg - Es läuft nicht gut für die DAK. Die drittgrößte Krankenkasse in Deutschland kämpft mit sinkenden Mitgliederzahlen, zudem zahlen viele Kunden nicht den neuen Zusatzbeitrag.

Dennoch sieht die DAK nach eigenen Angaben keinen Anlass, ihren Zusatzbeitrag zu erhöhen. Das stellte die Krankenkasse am Freitag klar. Auch das Bundesversicherungsamt (BVA) teilte mit, es sehe derzeit keinen Grund, wegen der Finanzlage der Kasse einzugreifen. Sie sei weder von Insolvenz bedroht noch aufgefordert worden, ihren Zusatzbeitrag anzuheben. Die DAK habe einen Haushaltsplan vorgelegt, der einen Aufbau der notwendigen Rücklagen vorsehe. Dieser Haushaltsplan sei von der Aufsicht nicht beanstandet worden.

Mit den Aussagen reagierten DAK und BVA auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland" ("FTD"). Demnach hatte die Aufsicht auf einen Personalabbau und notfalls auch auf eine Erhöhung des Zusatzbeitrags gedrungen, um eine mögliche Insolvenz abzuwenden. DAK-Mitglieder zahlen derzeit einen Zusatzbeitrag von acht Euro im Monat.

Dem Zeitungsbericht zufolge ist die DAK in einer prekären Lage. Zum Jahresende 2010 betrugen ihre Rücklagen laut internen Unterlagen der Ersatzkassen, aus denen die "FTD" zitiert, nur noch knapp 33 Millionen Euro. Nach den gesetzlichen Vorgaben müssten die Reserven aber bei gut 352 Millionen Euro liegen.

Der massenhafte Mitgliederexodus seit dem Frühjahr 2010, als die Kasse den Zusatzbeitrag von acht Euro pro Monat einführte, hatte die Lage laut "FTD" dramatisch verschärft. Allein im Jahr 2010 verlor die DAK nach eigenen Angaben rund 300.000 Mitglieder, in den beiden ersten Monaten 2011 kehrten noch einmal knapp 35.000 Mitglieder der Kasse den Rücken. Derzeit zählt die DAK noch rund 4,5 Millionen Mitglieder und mehr als sechs Millionen Versicherte.

dab/AFP



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
kundennummer 25.03.2011
1. Sehr geehrte SPIEGEL-Autoren
es wären noch ein paar Details zum Wasserkopf (Aufsichtsräte, Gremien-Tammtamm, "Aufwandsentschädigungen"..)
kapitaen1 25.03.2011
2. Dak
vielleicht sollten sich mal ALLE KV zusammensetzen und gegen dir Korruption angehen sowie gegen die ueberhoehten Abrechnungen einiger Aerzte. Ich schlage mal vor das die Quartalsabrechnungen an die Versichten zur Ueberpruefung geschickt werden sollten. Das man danach vielleicht den Arzt wechselln muss kann schon passieren aber das sollte sich nach einiger Zeit von selber regeln. Sollte vielleicht helfen!
sinasina 25.03.2011
3. Transparenz ist nicht gefragt
Zitat von kapitaen1vielleicht sollten sich mal ALLE KV zusammensetzen und gegen dir Korruption angehen sowie gegen die ueberhoehten Abrechnungen einiger Aerzte. Ich schlage mal vor das die Quartalsabrechnungen an die Versichten zur Ueberpruefung geschickt werden sollten. Das man danach vielleicht den Arzt wechselln muss kann schon passieren aber das sollte sich nach einiger Zeit von selber regeln. Sollte vielleicht helfen!
Sehr sinnvoller Vorschlag! Und ich kenne sehr viele Versicherte, die sehr gerne ihre Arztrechnung überprüfen würden um zu sehen, was denn ihr Arzt ihnen so alles in Rechnung gestellt hat. Aber solange den Krankenversicherungen nicht an Transparenz gelegen ist und sie ihr Heil im Schröpfen der Versicherten sehen, wird sich nicht ändern.
doubledamage 25.03.2011
4. .
Ich bin ja mal gespannt, welchen Versicherten man nun wieder den Geldhahn für Leistungen zudreht, denn irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die das wirtschaftliche Fiasko ausbaden müssen...
spiegel-hai 25.03.2011
5. oh ja...
Zitat von kundennummeres wären noch ein paar Details zum Wasserkopf (Aufsichtsräte, Gremien-Tammtamm, "Aufwandsentschädigungen"..)
und ich möchte nicht wissen, wie es da und beispielsweisese auch bei den AOKs bezüglich "Versorgungspöstchen" ausschaut. Und es stellt sich die Frage, wieviel gespart werden könnte, würden sich die Kassen auf ihr Kerngeschäft beschränken und nicht allerlei sonstige Pseudoaktivitäten in Sachen Gesundheitsvorsorge etc. verzetteln würden, die mit Sicherheit in keiner Hinsicht zur "Volksgesundheit" beitragen. Mir schwillt immer der Kamm, wenn ich das (an sich schon höchst überflüssige) Reklame- und Selbstbeweihräucherungsblatt meiner KV erhalte und lese, wofür meine Beiträge verschwendet werden.
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