Erfolglose Käufersuche Insolvenzverwalter verkündet Aus für Schlecker XL

Keine Perspektive mehr für Schlecker XL: Bis zuletzt hatten die rund 1100 Mitarbeiter gehofft, jetzt verlieren auch sie ihre Jobs. Der Insolvenzverwalter konnte keinen Käufer finden. Eine Chance besteht noch für IhrPlatz.

Schlecker-XL-Filiale in Dresden: Kein Komplettverkauf zusammen mit IhrPlatz
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Schlecker-XL-Filiale in Dresden: Kein Komplettverkauf zusammen mit IhrPlatz


Heilbronn - Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter von Schlecker XL: Nach dem Aus für die Drogeriekette Schlecker ist auch das Ende der Tochtergesellschaft besiegelt worden. Insolvenzverwalter Werner Schneider teilte am Donnerstag mit, der Gläubigerausschuss sehe keine wirtschaftlich vertretbare Perspektive für die Fortführung der Schlecker XL GmbH. Daher sei entschieden worden, die GmbH mit etwa 350 Filialen nicht fortzuführen.

"Rund 1110 Mitarbeiter werden zu meinem großen Bedauern jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren", erklärte Schneider. Nach der Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker war die Zukunft der Tochter-Gesellschaften Ihr Platz und Schlecker XL zunächst offen geblieben. Anfang Juni war der Verkauf der Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker XL an den Münchener Finanzinvestor Dubag gescheitert. Zuletzt hieß es, Schlecker-Konkurrent dm wäre außer an Filialen von IhrPlatz möglicherweise auch an einzelnen Schlecker-XL-Läden interessiert. Doch auch diese Lösung scheint jetzt vom Tisch zu sein.

"Leider konnte kein Komplettverkauf von Schlecker XL zusammen mit IhrPlatz erzielt werden", sagte der Insolvenzverwalter. Mögliche Investoren hätten ein zu großes Risiko im Zusammenhang mit Kündigungsschutzklagen gesehen. Nun würden Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufgenommen. Die Schlecker XL-Mitarbeiter würden bis Mitte Juli ihre Kündigungsschreiben erhalten. Die Gespräche mit einem Investor für die IhrPlatz-Filialen würden fortgesetzt.

Drei Monate nach der großen Kündigungswelle bei Schlecker kam das Arbeitsgericht Heilbronn am Donnerstag zu einem ersten Urteil. Eine Angestellte hat jetzt recht bekommen, das Gericht nennt ihre Entlassung sozialwidrig.

bos/dpa/AFP



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rolandjulius 28.06.2012
1. Das Ende der Schlecker Story
Schon der Name macht mich krank. Mir tun all die tüchtigen Frauen und Maenner leid, die sich fuer die Firma eingesetzt haben. Hoffentlich finden sie bald einen Arbeit mit einer besseren Zukunft als bei dieser ex Ballonfirma .
Positives Denken 28.06.2012
2. Klagen
Wenn eine Firma pleite ist, ist sie pleite. Wieso Mitarbeiter dennoch Kündigungsschutzklagen anstrengen, ist mir nicht verständlich. Wieso Gerichte diese Klagen auch noch für rechtens erachten, ebenso nicht. Natürlich werden Investoren dadurch verschreckt.
linlaluna 29.06.2012
3. Dito @ Positives Denken
Deswegen sind auch soweit ich weiß Kündigungsschutzklagen z.b. in den USA bein Insolvenz nicht möglich. Das sollte mal geändert werden, aber wie meistens sind die Politiker hier wieder mal aufgrund der Lobby (Gewerkschaften) auf halbem Weg eingebrochen.
spon-facebook-10000389282 22.07.2012
4. Das ist doch wohl klar , daß bei soviel Kündigungschutzklagen von Schlecker kein Inve
Zitat von Positives DenkenWenn eine Firma pleite ist, ist sie pleite. Wieso Mitarbeiter dennoch Kündigungsschutzklagen anstrengen, ist mir nicht verständlich. Wieso Gerichte diese Klagen auch noch für rechtens erachten, ebenso nicht. Natürlich werden Investoren dadurch verschreckt.
Ich finde das ganze hoch gepusche in der Presse schrecklich und Unfair gegenüber den Verlierer . Vor allem ist Es ein Skandal das nun die nicht Rettung der Schlecker und damit verbundenen Firmen an ein paar Leuten runtergeschlagen wird . Von der Verdie hört man nichts mehr die Ihren Mitgliedern empfohlen haben Kündigungsschutzklagen ein zureichen , Politik hat Versagt auf der ganzen linie nach meiner Meinung ,Schauen wir am Jahresende die Finanzberichte an wieviel Geld unnütz ausgegeben wird und habe noch nie gehört daß ein Politiker gehaftet hat . Vielleicht Mappus . Das Hoch gepusche Staatsanwaltschaft ist doch nur Mediengeschrei . Bei so ziemlich jeder Insollvenz überprüft die Staatsanwaltschaft ob rechtliche Schritte einzuleiten sind . Firmeninsollvenz ist meistens mit rechtlichen Konsiquenzen im Einklang . Ich wünsche, nur das Es sehr viele Leute in der Bevölkerung gibt die die Sache objektiv sehen können aus dem Stand von außen und sich nicht von den Medien blenden lassen . Habe den Verdacht das Es nun jetzt die zig tausend Mitarbeiter / in , Gläubiger und natürlich die Familie Schlecker trifft . Die Leute die maßgeblich mit Verantwortlich sind und den Weg der Reise angezeigt haben sind ganz schön ruhig .
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