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25. September 2018, 06:41 Uhr

Fotoplattform

Instagram-Gründer verlassen Facebook

Überraschend hören die beiden Instagram-Mitbegründer Kevin Systrom und Mike Krieger auf. Offenbar gab es Streit mit Facebook-Chef Zuckerberg über die künftige Strategie der Foto-App.

Die beiden Gründer der Fotoplattform Instagram verlassen überraschend die Konzernmutter Facebook. Sie wollten nun eine Pause nehmen und sich Gedanken über ein neues Projekt machen, erklärten Kevin Systrom und Mike Krieger in einem Blogeintrag. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete, die beiden hätten Meinungsverschiedenheiten mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg über die künftige Entwicklung von Instagram gehabt.

Instagram hat mehr als eine Milliarde Nutzer und wird für Facebook als Erlösquelle immer wichtiger, während das weltgrößte Online-Netzwerk nach Datenschutz-Skandalen und Debatten um politische Propaganda unter Druck steht. In dieser Situation seien Systrom und Krieger frustriert darüber gewesen, dass Zuckerberg sich ungewöhnlich viel ins Tagesgeschäft eingebracht habe, schrieb Bloomberg unter Berufung auf Insider. Nachdem der Abgang der beiden öffentlich wurde, bedankte sich Zuckerberg bei ihnen und wünschte viel Erfolg bei ihrem nächsten Unterfangen.

"Mike und ich sind dankbar für die vergangenen acht Jahre bei Instagram und sechs Jahre beim Facebook-Team", sagte Systrom. "Wir sind von 13 Menschen auf über tausend mit Niederlassungen auf der ganzen Welt gewachsen, während wir Produkte bauen, die von einer Gemeinschaft von über einer Milliarde Menschen genutzt und geliebt werden. Wir sind jetzt bereit für unser nächstes Kapitel."

Facebook übernahm Instagram 2012 für eine Milliarde Dollar. Der damalige Preis für ein wenig bekanntes Startup ohne Gewinn schien damals völlig überzogen, im Nachhinein betrachtet war es ein Schnäppchen: Laut Finanzexperten würde die App inzwischen einen Wert von 100 Milliarden Dollar erreichen. Eine Milliarde Nutzer tauschen sich über die Plattform aus. Während Facebook schwindendes Nutzerwachstum beklagt, sind die Wachstumsraten bei Insagram rasant, die Werbeumsätze enorm.

hej/dpa/AP

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