Investment-Konglomerat Dubai World erwägt Verkauf seines Besitzes

Die Dubai-Krise könnte sich weiter verschärfen: Der staatseigene Immobilienkonzern Dubai World muss möglicherweise einen Teil seines Besitzes in aller Welt verkaufen, um an Geld zu kommen. Erneut rauschten die Aktienkurse nach unten.

Börse in Dubai: Aktienkurse sackten ab
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Börse in Dubai: Aktienkurse sackten ab


Dubai - Das staatseigene Investmentkonglomerat Dubai World steht unter Druck: Möglicherweise muss es wegen seiner hohen Schuldenlast einen Teil seines Besitzes in aller Welt verkaufen. Das deutete am Montag der Finanzchef des Emirats Dubai, Abdul Rahman al-Saleh, an, ohne Einzelheiten zu nennen.

Die Nachricht ließ die Börse in Dubai erneut einbrechen. Die Aktienkurse sackten um 5,8 Prozent ab. Die Regierung von Dubai ist zwar einziger Eigentümer von Dubai World, hat aber betont, dass der Staat nicht für die Schulden des Unternehmens garantiere.

Saleh erklärte, es sei zu früh, um konkrete Pläne anzukündigen. Hauptziel sei es, die Firma für die kommenden Jahre neu aufzustellen. Nach seinen Worten liegt das Problem darin, dass in der Vergangenheit langfristige Projekte mit leicht verfügbaren kurzfristigen Darlehen finanziert worden seien. Die meisten Kredite von Dubai World liefen nur drei bis fünf Jahre, während die Projekte auf 25 bis 30 Jahre angelegt seien.

Dubai World hatte vor knapp zwei Wochen für einen Schock kurzzeitig auch an den internationalen Finanzmärkten gesorgt, als die Regierung mitteilte, die Holding benötige einen Zahlungsaufschub von mindestens sechs Monaten.

Dubai World ist mit etwa 60 Milliarden Dollar verschuldet. Für etwa 26 Milliarden Dollar davon verhandelt die Holding mit den Banken vor allem im arabischen Raum über eine Umschuldung.

Dubai World gehört unter anderem der viertgrößte Hafenbetreiber der Welt, DP World. Die Holding hat in den durch die weltweite Finanzmarktkrise gestoppten Boomjahren nicht nur ehrgeizige Projekte wie künstliche Inseln, Hochhaustürme und Luxushotels in dem Scheichtum am Persischen Golf mit geliehenem Geld finanziert, sondern auch Unternehmen und Beteiligungen in aller Welt erworben. Dazu gehören die Luxus-Kaufhauskette Barney's New York in den USA, hochklassige Hotels in den Vereinigten Staaten und Anteile am Casinobetreiber MGM Mirage in Las Vegas sowie am berühmten kanadischen Zirkus Cirque du Soleil.

fro/AP



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