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19. Dezember 2011, 12:20 Uhr

Investor aus Nahost

Saudischer Prinz pumpt Millionen in Twitter

Twitter begeistert offenbar auch den saudischen Prinzen Walid Bin Talal. Der Milliardär investiert 300 Millionen Dollar in den Kurznachrichtendienst. Die Medienbranche gehört zum Spezialgebiet des Prinzen.

New York - Twitter kann sich schon wieder über frisches Geld freuen. Diesmal kommt es von einem Investor aus Saudi-Arabien. Prinz Walid Bin Talal steckt 300 Millionen Dollar in den Internet-Kurznachrichtendienst.

Der Prinz habe den Anteil gemeinsam mit seiner Investmentfirma Kingdom Holding erworben, teilte das Unternehmen mit. Laut den jüngsten Analysten-Daten wird der Wert von Twitter auf acht Milliarden Dollar geschätzt. Die Beteiligung des Prinzen entspräche damit knapp 3,8 Prozent. Vor gut einem Jahr war Twitter noch mit 3,7 Milliarden Dollar bewertet worden.

Die Aktien von Kingdom Holding legten nach Bekanntwerden des Deals mehr als sieben Prozent zu. Analysten sagten, die Technologiebranche habe in den vergangenen drei Jahren zu einem der wenigen Sektoren gehört, der deutliche Umsatzgewinne verzeichnete. Deswegen sei Twitter eine gute Ergänzung für Bin Talals Portfolio.

Der Prinz ist auch an Apple beteiligt

Der Prinz ist ein Neffe des saudischen Königs und gilt als umtriebiger Investor in der Medienbranche. Er hält bereits sieben Prozent an News Corp. , dem Medienkonzern von Rupert Murdoch. Zudem plant Bin Talal die Gründung eines eigenen Kabelsenders. Er ist auch an diversen großen US-Unternehmen wie General Motors oder Apple beteiligt.

Das persönliche Vermögen des Unternehmers schätzte das "Forbes"-Magazin im März auf fast 20 Milliarden Dollar. Damit landete der Prinz auf Platz 26 der Milliardärsliste.

Twitter wurde 2006 gegründet und hat bereits rund 100 Millionen aktive Nutzer. Investoren hoffen auf einen Börsengang. Das Unternehmen erklärte aber, es nicht eilig zu haben. Bereits im Sommer hatte Twitter bei einer Finanzierungsrunde mehrere hundert Millionen Dollar an frischem Geld eingesammelt.

mmq/Reuters/dpa-AFX

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