Investor aus Nahost Saudischer Prinz pumpt Millionen in Twitter

Twitter begeistert offenbar auch den saudischen Prinzen Walid Bin Talal. Der Milliardär investiert 300 Millionen Dollar in den Kurznachrichtendienst. Die Medienbranche gehört zum Spezialgebiet des Prinzen.

Saudischer Prinz Walid Bin Talal: Aktiv in der Medienbranche
AFP

Saudischer Prinz Walid Bin Talal: Aktiv in der Medienbranche


New York - Twitter kann sich schon wieder über frisches Geld freuen. Diesmal kommt es von einem Investor aus Saudi-Arabien. Prinz Walid Bin Talal steckt 300 Millionen Dollar in den Internet-Kurznachrichtendienst.

Der Prinz habe den Anteil gemeinsam mit seiner Investmentfirma Kingdom Holding erworben, teilte das Unternehmen mit. Laut den jüngsten Analysten-Daten wird der Wert von Twitter auf acht Milliarden Dollar geschätzt. Die Beteiligung des Prinzen entspräche damit knapp 3,8 Prozent. Vor gut einem Jahr war Twitter noch mit 3,7 Milliarden Dollar bewertet worden.

Die Aktien von Kingdom Holding legten nach Bekanntwerden des Deals mehr als sieben Prozent zu. Analysten sagten, die Technologiebranche habe in den vergangenen drei Jahren zu einem der wenigen Sektoren gehört, der deutliche Umsatzgewinne verzeichnete. Deswegen sei Twitter eine gute Ergänzung für Bin Talals Portfolio.

Der Prinz ist auch an Apple beteiligt

Der Prinz ist ein Neffe des saudischen Königs und gilt als umtriebiger Investor in der Medienbranche. Er hält bereits sieben Prozent an News Corp. Chart zeigen, dem Medienkonzern von Rupert Murdoch. Zudem plant Bin Talal die Gründung eines eigenen Kabelsenders. Er ist auch an diversen großen US-Unternehmen wie General Motors oder Apple beteiligt.

Das persönliche Vermögen des Unternehmers schätzte das "Forbes"-Magazin im März auf fast 20 Milliarden Dollar. Damit landete der Prinz auf Platz 26 der Milliardärsliste.

Twitter wurde 2006 gegründet und hat bereits rund 100 Millionen aktive Nutzer. Investoren hoffen auf einen Börsengang. Das Unternehmen erklärte aber, es nicht eilig zu haben. Bereits im Sommer hatte Twitter bei einer Finanzierungsrunde mehrere hundert Millionen Dollar an frischem Geld eingesammelt.

mmq/Reuters/dpa-AFX

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Alkyone 19.12.2011
1. Thema
Zitat von sysopTwitter begeistert offenbar auch den saudischen Prinzen Walid Bin Talal. Der Milliardär investiert 300 Millionen Dollar in den Kurznachrichtendienst. Die Medienbranche gehört zum Spezialgebiet des Prinzen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,804600,00.html
Völlig rückständig diese saudischen Prinzen. Versuchen Sie doch einfach in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Saudi-Arabien Skype oder ähnliche Kommunikationsapps zu installieren. Benutzer müssen entweder nach Ägypten oder in die Türkei, um solche Apps herunterladen zu können. Von freier Kommunikation halten alle diese Diktatoren recht wenig.
DJ Doena 19.12.2011
2.
Finde ich gut. So bleibt noch eine Weile verdeckt, dass Twitter kein einnahmenfähiges Geschäftsmodell hat und irgendwann verschwinden wird. Aber da ich Twitter mag, soll der Prinz ruhig seine Millionen anlegen.
Stelzi 19.12.2011
3. Richtig und falsch
Zitat von DJ DoenaFinde ich gut. So bleibt noch eine Weile verdeckt, dass Twitter kein einnahmenfähiges Geschäftsmodell hat und irgendwann verschwinden wird. Aber da ich Twitter mag, soll der Prinz ruhig seine Millionen anlegen.
Richtig ist, dass Twitter kaum dazu taugt Umsätze und Gewinne zu generieren. Falsch ist, dass Twitter verschwinden wird. Entweder krallt sich Google oder FB Twitter, denn mit dem getweete kann man prima datamining betreiben und vorhandene, funktionierende Geschäftsmodelle (Werbung, Sammeln von persönlichen Daten und deren Verknüpfung) unterstützen. Die warten nur, bis es preiswert zu haben ist. Auf alle Fälle scheint der Ölprinz ein Zocker zu sein...
Uexkuell 19.12.2011
4. Twitter
Zitat von StelziRichtig ist, dass Twitter kaum dazu taugt Umsätze und Gewinne zu generieren. Falsch ist, dass Twitter verschwinden wird. Entweder krallt sich Google oder FB Twitter, denn mit dem getweete kann man prima datamining betreiben und vorhandene, funktionierende Geschäftsmodelle (Werbung, Sammeln von persönlichen Daten und deren Verknüpfung) unterstützen. Die warten nur, bis es preiswert zu haben ist. Auf alle Fälle scheint der Ölprinz ein Zocker zu sein...
Twitter ist ein Selbstläufer, das stimmt. Keineswegs aber darf man hieraus schließen, dass Twitter von besonders fähigen Leuten geführt wird. In der Branche gilt das Führungspersonal von Twitter als überheblich, rigide, sexistisch. An der Spitze sitzen Amateure, die eher durch Zufall, als durch Können einen großen Wurf gelandet haben. Twitter war kein außergewöhnliches Startup, sondern ziemlich durchschnittlich. Die Idee wiederum war gut und zündete beim jungen Publikum. Fragen Sie sich doch einmal, warum in den letzten fünf Monaten ein Großteil wirklich kompetenter Leute bei Twitter ausgestiegen sind. Einmal sind da die Parties, die im Bunga Bunga Stil von den Bossen geschmissen werden. Und dann sind da die haarsträubenden Fehler im Umgang mit den Ideen der eigenen Mitarbeiter. Twitter mag jetzt eine Marktposition erworben haben. Aber das heißt in der Internetwelt gar nichts. Erinnern Sie sich noch an Yahoo? An AOL? An FortuneCity? An Myspace? Ein Internetunternehmen muss sich wandeln können. Bisher hielt man am einfachen Grundkonzept fest und erweiterte nur sporadisch. Vielleicht, und darauf kann man für Twitter nur hoffen, werden sie von einem großen Unternehmen geschluckt. Dann besteht Hoffnung für diesen Dienst. So aber, vor allem am starren Festhalten des bisherigen Konzeptes, wird bei der nächsten Welle Twitter untergehen. Twitter hat außerdem im deutschsprachigen Raum eine geringe Bedeutung, was Werbeeffekte angeht. Dort tummeln sich eher Kommunikatoren, was durchaus relevant ist und auch für jede Firma eine Erwägung darstellen muss. Natürlich kann man auch hier Follower erwerben. Aber jeder PR-Profi durchschaut diesen Trick sofort, der auch unter Laien bekannt ist. Interessant ist bei Twitter darum nicht, wer möglichst viele Follower hat, sondern wer über aktive Follower/Nutzer verfügt. Und wie gesagt, wer sich einmal anschaut, wieviel Deutsche aktiv Twitter nutzen, dann ist das nur ein winziger Bruchteil und zwar werberelevant wegen der interessanten Nutzer, aber kaum geeignet, um eine kritische Masse zu erreichen. Twitter wächst im Moment noch hierzulande, das stimmt. Ich würde kein Investment in diese Firma tätigen. Für mich gibt es interessantere Firmen. Aber dem Prinzen, wie auch allen Twitter-Liebhabern wünsche ich natürlich trotzdem das Beste.
rotella 19.12.2011
5. Titel
Ich verstehe den Hype um Twitter überhaupt nicht. Das Ding hat keinerlei praktischen Nutzen und es wird zu 99% nur Dünnsch.. darüber verbreitet. Wenn man sieht, dass selbst damals innovative Dienste wie myspace untergegangen sind, kann es bei Twitter auch nicht mehr lange bis zum Aus dauern...
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