Twitter-Botschaft Investor Icahn lässt von Dell ab

Den Kampf um den Computerhersteller Dell hat der streitbare Investor Icahn bereits verloren - Firmengründer Michael Dell darf sein altes Unternehmen wieder übernehmen. Nun verkündet Icahn per Twitter seine endgültige Aufgabe.
Investor Carl Icahn: "Was Besseres anfangen"

Investor Carl Icahn: "Was Besseres anfangen"

Foto: MARK LENNIHAN/ AP

New York/Hamburg - Nach der verlorenen Schlacht um den Computerbauer Dell gibt Investor Carl Icahn klein bei. Er kündigte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter an, keine gerichtliche Überprüfung des Kaufpreises mehr anzustreben. "Wir denken, dass wir mit unseren zwei Milliarden Dollar etwas Besseres anfangen können", schrieb er .

Konzerngründer Michael Dell und der Finanzinvestor Silver Lake übernehmen das Unternehmen in einem 24,9 Milliarden Dollar schweren Geschäft. Mehrere Anteilseigner unter Führung von Icahn hatten sich dagegen gewehrt und über Monate einen höheren Preis gefordert. Letztlich stimmte die Mehrheit der Anteilseigner dem Verkauf aber zu.

Icahn hatte Anfang September erklärt, die Übernahme nicht weiter torpedieren zu wollen. Er hatte sich aber offengehalten, vor Gericht den Kaufpreis überprüfen zu lassen in der Hoffnung auf eine höhere Summe. Die Übernahme von Dell soll bis Ende Oktober abgeschlossen werden.

Komplizierter Umbau

Dem US-Konzern setzt zu, dass der Markt für klassische Computer stark schrumpft. Den Trend zu Tablet-PC hat Dell verpasst. Trotz teurer Akquisitionen ist Dell noch immer stark vom Verkauf herkömmlicher PC abhängig. Zuletzt war der Quartalsgewinn um fast drei Viertel eingebrochen, weil das Unternehmen seine Produkte nur noch mit hohen Rabatten absetzen kann.

Nun soll das Unternehmen nach dem Vorbild von IBM umgebaut werden. Die Ausrichtung soll künftig stärker auf dem Servicegeschäft für Unternehmenskunden liegen. Der komplizierte Umbau kann laut Dell am besten gelingen, wenn es keinen Druck durch Quartalsberichte gibt, wie sie an der Börse üblich sind.

Weil der PC-Markt auch 2013 und 2014 schrumpfen dürfte, gibt es vielen Experten zufolge keine Alternative zu einer umfassenden Restrukturierung. Allerdings fürchten manche Analysten, dass sie für Dell zu spät kommt. Denn der Servicebereich für Unternehmen ist bereits von IBM und Hewlett-Packard besetzt.

boj/dpa
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