iPad-Hersteller Tödliche Explosion bringt Foxconn in Erklärungsnot

Ein verheerender Unfall bringt Foxconn in neue Not: In einem Werk des weltgrößten Elektronikherstellers gab es eine Explosion, mehrere Menschen starben. Bislang gibt es nur Spekulationen, wie es zu dem Unfall kam.

Verwüstete Foxconn-Fabrik: 16 Verletzte, mehrere Tote
Reuters/CCTV

Verwüstete Foxconn-Fabrik: 16 Verletzte, mehrere Tote


Peking - Gerade erst war die Kritik über unmenschliche Arbeitsbedingungen in Foxconn-Werken wieder etwas abgeebbt - schon gerät die Firma mit einem neuen Skandal in die Kritik.

In einem Werk des weltgrößten Elektrogeräteherstellers gab es Ende vergangener Woche eine Explosion. Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf drei geklettert. Ein Mitarbeiter sei im Krankenhaus schweren Verletzungen erlegen, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. 6 der 16 Verletzten hätten das Krankenhaus verlassen können. Die Explosion ereignete sich in Chengdu, im Südwesten Chinas.

Wenige Tage nach dem Unglück gerät der Konzern nun in Erklärungsnot. Er kann weder erläutern, wie es zu dem Unglück kam, noch inwieweit die Produktion des iPad2 gefährdet ist.

Wie die amtlichen Medien am Montag berichteten, könnte es sich bei dem Unglück in der Fabrik des weltgrößten Elektronikherstellers am Freitag um eine Staubexplosion gehandelt haben. Einen Akt der Sabotage haben Ermittler weitgehend ausgeschlossen.

Produktion gefährdet?

Die Arbeit in der Polierwerkstatt und anderen Teilen des Werkes mit ähnlichen Verfahren wurden vorsichtshalber zunächst eingestellt. Welchen Anteil der neue Standort inzwischen an der Produktion des iPad2 insgesamt hat, war nicht bekannt. In Chengdu werden auch Laptops zusammengebaut. Foxconn produziert außer für Apple auch für Hewlett-Packard, Dell, Motorola, Nokia oder Nintendo.

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Foxconn: Arbeit, Arbeit, Arbeit
Ob das Unglück die Produktion des Apple iPad2 beeinträchtigen wird, war zunächst unklar. Laut einem Bericht von DigiTimes soll das Werk in Chegndu für rund 30 Prozent der gesamten iPad-Produktion verantwortlich sein. Das Unternehmen dagegen versicherte seinen Zulieferern, die iPad-2-Produktion sei nicht gefährdet. Auch Analysten zufolge produziert Foxconn im Werk in Chengdu das iPad nur in einem Pilotprojekt.

Foxconn hatte einen Teil der Produktion von seinem südchinesischen Werk in Shenzhen nach Chengdu verlagert. Das Werk war erst im Oktober mit einer Investition von zwei Milliarden Dollar eröffnet worden.

Die Arbeitsbedingungen und der Management-Stil bei Foxconn waren im vergangenen Jahr wegen mehrerer Selbstmorde von Beschäftigten ins Gerede gekommen. Das Unternehmen hat einen Teil seiner Produktion von der Küste ins Landesinnere Chinas verlagert, weil dort die Löhne niedriger sind. Foxconn beschäftigt in China 900.000 Mitarbeiter.

ssu/dpa-AFX

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