Regelverstoß bei Ipex Mitarbeiter von KfW-Tochterbank handelten mit Wirecard-Aktien

Privat hielten sie Aktien von Wirecard, während ihr Arbeitgeber dem Konzern Kredite gab: Die Ipex-Bank geht mit »personalrechtlichen Maßnahmen« gegen Mitarbeiter vor.
Wirecard-Zentrale in Aschheim (Archivbild)

Wirecard-Zentrale in Aschheim (Archivbild)

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Mitarbeiter der staatlichen KfW-Tochterbank Ipex haben privat mit Wirecard-Aktien gehandelt, obwohl das Papier auf der internen Liste von verbotenen Aktien (Restricted List) stand. Es handele sich um sieben Fälle, in denen Mitarbeiter gegen die internen Regeln verstoßen hätten, teilte die Ipex-Bank auf Anfrage mit.

Die Bank betonte, dass das Kontrollsystem funktioniert habe. Nach der Überprüfung seien personalrechtliche Maßnahmen ergriffen worden. Nach Informationen des Nachrichtenportals »The Pioneer«, das zuvor darüber berichtet hatte, erhielten zwei Mitarbeiter eine Abmahnung.

Nach Angaben der Ipex-Bank haben die Mitarbeiter zwar gegen interne Regeln verstoßen, ein Verstoß gegen das Verbot von Insidergeschäften wurde bei der Überprüfung aber nicht festgestellt. Die Mitarbeiter seien gemäß Aufgabenprofil intern auch nicht mit Wirecard betraut gewesen. Die Umsätze bewegten sich demnach zwischen 20 und unter 2000 Euro, in einem Fall unter 7000 Euro. Der Aufsichtsrat wurde informiert.

Interne Regeln der Ipex-Bank verbieten Mitarbeitern den Handel mit Wertpapieren, bei denen die KfW engagiert ist. Die KfW-Tochter hatte Wirecard 100 Millionen Euro geliehen.

Der Münchner Zahlungsdienstleister Wirecard hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und in der Folge Insolvenz angemeldet. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Unternehmen seit 2015 Scheingewinne auswies, und ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs.

mamk/dpa
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