Neues Billig-iPhone Apple rückt von Zulieferer Foxconn ab

Jahrelang wurden fast alle iPhones und iPads von einer Firma produziert: Foxconn in China. Doch nun ordnet Apple seine Zulieferungskette neu. Laut "Wall Street Journal" hat der US-Konzern einen taiwanischen Foxconn-Konkurrenten mit dem Bau eines neuen Billig-Smartphones beauftragt.
Foxconn-Fabrik in China (Archivbild): Höhere Löhne verteuern die Produktion

Foxconn-Fabrik in China (Archivbild): Höhere Löhne verteuern die Produktion

Foto: Kin Cheung/ AP

Taipeh - Die Allianz zwischen Apple und seinem wichtigsten Zulieferer Foxconn bröckelt. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat der kalifornische IT-Konzern den Foxconn-Konkurrenten Pegatron als Haupthersteller für den Bau des neuen Billig-iPhones ausgewählt, das gegen Ende des Jahres auf den Markt kommen soll.

Pegatron hat seinen Sitz wie Foxconn im taiwanischen Taipeh - der Zulieferer ist aber bisher deutlich kleiner als Apples Hauslieferant. Seit 2011 produziert Pegatron bereits iPhones - allerdings in geringen Mengen. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen außerdem mit dem Bau des Tablet-Computers iPad Mini begonnen.

Der neue Auftrag für Pegatron ist ein schwerer Schlag für Foxconn. Das Unternehmen hatte bisher eine fast monopolartige Stellung in Apples Lieferkette für Mobilgeräte. Nun sieht es so aus, als müsse der Hersteller seinen Posten mit dem kleineren Konkurrenten teilen.

Laut "Wall Street Journal" wollte sich keines der Unternehmen zu den Informationen äußern. Laut Insidern habe der Schwenk aber strategische Gründe: Apple   wolle sich nicht länger dem Risiko aussetzen, nur von einem Hersteller abhängig zu sein. Wie gefährlich das sei, habe die Produktion des iPhone 5 gezeigt. Dabei hatte es sowohl Qualitätsprobleme wegen Kratzern am Gehäuse als auch Lieferverzögerungen gegeben.

Außerdem wolle das Unternehmen seine Produktpalette erweitern, um besser mit Konkurrent Samsung   mithalten zu können. Analysten zufolge akzeptiere Pegatron auch geringere Gewinnmargen als Foxconn.

Die verbesserten Arbeitsbedingungen schmälern die Rendite

Foxconn beschäftigt rund 1,2 Millionen Mitarbeiter - einen Großteil davon in China. Das Unternehmen war in der Vergangenheit häufig wegen schlechter Arbeitsbedingungen in die Schlagzeilen geraten. Nach Angaben von Arbeitsrechtsorganisationen haben seit 2010 insgesamt 13 Arbeiter von Foxconn Selbstmord begangen. Erst im April stürzten sich nach Angaben von China Labor Watch zwei junge Männer und eine Frau in den Tod. Apple hatte daraufhin Druck gemacht, die Bedingungen zu verbessern. Daraufhin erhöhte Foxconn gleich mehrmals die Gehälter - und verteuerte damit seine Produktion.

Zuletzt war deutlich geworden, dass Foxconn auch sein Geschäft mit anderen Kunden als Apple weiter ausbauen will. So sollen günstige Tablets mit dem offenen Betriebssystem Firefox OS gebaut werden.

Pegatron, benannt nach dem fliegenden Pferd Pegasus, hat nach Angaben der Zeitung rund 100.000 Beschäftigte in Taiwan und in China. In der zweiten Jahreshälfte solle die Zahl der Mitarbeiter in China aber um 40 Prozent steigen, sagte demnach jüngst der Finanzvorstand, Charles Lin - nach Einschätzung von Analysten ein Hinweis auf die künftige Produktion des Billig-iPhones.

stk/AFP/dpa