IT-Industrie Yahoo schrumpft sich in die Gewinnzone

Stellenstreichungen, Einsparungen, Anteilsverkäufe: Dank der harten Einschnitte konnte das Internetunternehmen Yahoo seinen Quartalsgewinn verdreifachen. Jetzt muss es darum gehen, die Geschäfte wieder in Gang zu bringen.

Yahoo-Chefin Bartz: Optimistisch für die kommenden Monate

Yahoo-Chefin Bartz: Optimistisch für die kommenden Monate


Sunnyvale - Der US-Internetkonzern Yahoo hat mit einem unerwartet starken Gewinnsprung die Serie guter Quartalszahlen in der IT-Branche fortgesetzt. Allerdings steigerte Yahoo den Gewinn im dritten Quartal allein durch Jobabbau, Einsparungen und den Verkauf von Firmenanteilen. Der Umsatz fiel dagegen nochmals deutlich.

Der zuletzt schwer kriselnde Konzern konnte seinen Überschuss auf 186 Millionen Dollar mehr als verdreifachen nach 54 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz ging angesichts der Werbeflaute nochmals um zwölf Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) zurück, wie Yahoo am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Die seit Jahresbeginn amtierende Yahoo-Chefin Carol Bartz äußerte sich zufrieden: "Wir hatten ein solides Quartal, das zeigt, dass sich unsere wesentlichen Geschäfte stabilisieren." Seit dem Höhepunkt vor einem Jahr strich Yahoo rund 2000 Stellen auf rund 13.200 Jobs. Zuletzt aber seien wie angekündigt wieder etwa 200 Leute eingestellt worden, sagte Finanzchef Tim Morse.

Mit seinen Zahlen übertraf Yahoo die Marktschätzungen. Besonders Gewinn und Prognose für die nächsten Monate fielen deutlich besser aus. Die Aktie legte im nachbörslichen US-Handel um gut sechs Prozent zu. Seit Jahresbeginn kletterte sie um rund 40 Prozent auf 17,17 Dollar.

Morse räumte aber ein: "Unsere Bemühungen zur Neupositionierung von Yahoo stehen noch ganz am Anfang." Vor allem im Vergleich zum Branchenprimus Google sieht Yahoo schwach aus: Der Erzrivale legte gerade erst ein weiteres Quartal mit in der Krise beeindruckendem Wachstum hin.

Im Kampf gegen den deutlichen Suchmaschinen-Marktführer Google hofft Yahoo jetzt auf das Bündnis mit Microsoft. Yahoo will die Suchtechnologie von Microsoft nutzen. Die Allianz muss noch von den Wettbewerbshütern genehmigt werden. Zuvor hatte Microsoft erfolglos versucht, Yahoo ganz zu schlucken.

Für das laufende vierte Quartal erwartet Yahoo Umsätze zwischen 1,6 und 1,7 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis soll zwischen 135 und 155 Millionen Dollar liegen.

mik/dpa/AP



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Seite 1
Klo, 29.07.2009
1.
Zitat von sysopZu zweit gegen den Suchgiganten: Microsoft und Yahoo haben sich auf eine enge strategische Allianz geeinigt. Das kriselnde Webportal soll in Zukunft Microsofts neue Suchmaschine Bing nutzen - und damit Google unter Druck setzen. Eine gute Entscheidung? Diskutieren Sie mit!
Sinnlose Entscheidung, würde ich mal sagen. Bringt ihnen nichts.
japan10 29.07.2009
2.
Zitat von sysopZu zweit gegen den Suchgiganten: Microsoft und Yahoo haben sich auf eine enge strategische Allianz geeinigt. Das kriselnde Webportal soll in Zukunft Microsofts neue Suchmaschine Bing nutzen - und damit Google unter Druck setzen. Eine gute Entscheidung? Diskutieren Sie mit!
Google ist ein soziales Netzwerk, wo die Freiheit gefördert wird. Die Ergebnisse sind sichtbar. Microsoft ist ein Gigant, dessen Stern langsam verblasst. Da wird auch Yahoo nicht helfen können. Auf der Welt gibt es derzeit sehr wenig Kreativität. Google und Apple sind da die Trendsetter.
kdshp 29.07.2009
3.
Zitat von sysopZu zweit gegen den Suchgiganten: Microsoft und Yahoo haben sich auf eine enge strategische Allianz geeinigt. Das kriselnde Webportal soll in Zukunft Microsofts neue Suchmaschine Bing nutzen - und damit Google unter Druck setzen. Eine gute Entscheidung? Diskutieren Sie mit!
Hallo, da haben sich ja die richtigen gefunden ! Habe mir vor 2 wochen den yahoo messenger drauf getan und hatte rück zuck einen spion im system. Konnte diesen spion von yahoo auch nicht löschen, war auch nicht in der autoexec.bat und in keine dienst von ms. Also habe ich ihn wieder gelöscht deisen doofen yahoooooooooooo messenger. Ähnliches ist mir mit einer Logitech cam passiert !
marko20013 29.07.2009
4. soziales Netzwerk?
Zitat von japan10Google ist ein soziales Netzwerk, wo die Freiheit gefördert wird. Die Ergebnisse sind sichtbar. Microsoft ist ein Gigant, dessen Stern langsam verblasst. Da wird auch Yahoo nicht helfen können. Auf der Welt gibt es derzeit sehr wenig Kreativität. Google und Apple sind da die Trendsetter.
Nein, Google ist kein soziales Netzwerk. Und wofür ist Apple Trendsetter? Für "wenig Kreativität"?
W. Robert 29.07.2009
5.
"Bing" hat sich mit einer massiv beworbenen Porno-Suchfunktion (in Wahrheit eine Kooperation mit ein paar wenigen Pornoanbietern) angeblich 6% Marktanteil besorgt und Yahoo ist mehr oder weniger am Ende. Google hat auf der ganzen Linie gewonnen und arbeitet mit Hochdruck an einem eigenen Betriebssystem. Gates hat verloren, er weiß es nur noch nicht. Microsofr wäre nicht der erste Dino, der ausstirbt.
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