IT-Zulieferer Mitarbeiter von Foxconn in China drohten mit Suizid

Der Hightech-Produzent Foxconn gerät erneut wegen eines Aufstands von Arbeitern in die Schlagzeilen. Beschäftigte in China drohten damit, gemeinschaftlich von einem Dach in die Tiefe zu springen. Über den Auslöser der Auseinandersetzung gibt es widersprüchliche Angaben.
Arbeiter in einer Foxconn-Fabrik in China (Archivbild von 2010): Negative Berichte

Arbeiter in einer Foxconn-Fabrik in China (Archivbild von 2010): Negative Berichte

Foto: Bobby Yip / REUTERS

Peking - Mit der Herstellung von Produkten wie iPad, iPhone und Xbox stieg Foxconn zu einem globalen IT-Konzern auf. Doch das Unternehmen hat einen zweifelhaften Ruf, was Arbeitsbedingungen angeht. Vor kurzem soll in China eine Auseinandersetzung zwischen Führungspersonal und Angestellten eskaliert sein. Mitarbeiter berichteten, Beschäftigte hätten in einer Fabrik für Xbox-Spielkonsolen mit Suizid gedroht.

Der Grund: Foxconn habe angekündigt, in einer Fabrik in Wuhan werde die Fertigungsstraße für Videospiele geschlossen, eine Entschädigung werde Entlassenen aber nicht gezahlt. Daraufhin seien Kollegen in der vergangenen Woche auf das Dach ihres Wohnheims geklettert und hätten gedroht, in die Tiefe zu springen, berichteten Arbeiter. Den Berichten zufolge brachte ein Behördenvertreter die Arbeiter dazu, wieder vom Dach zu kommen.

Laut "Süddeutscher Zeitung" beteiligten sich 150 Beschäftigte an dem Aufstand. Demnach bestätigte Foxconn einen Vorfall am 4. Januar in der Fabrik in Wuhan. Es sei eine Arbeitseinheit betroffen gewesen, die vornehmlich für Microsoft die Spielkonsole Xbox herstellte. Die Einheit sollte laut dem Bericht in einen anderen Teil der Produktion versetzt werden.

Allerdings verwies die Zeitung auch auf Berichte von Web-Seiten, wonach es den Arbeitern darum ging, eine Lohnerhöhung zu erzwingen. Foxconn habe die Mitarbeiter daraufhin vor die Wahl gestellt, ihr Gehalt zu akzeptieren oder gegen Zahlung einer Entschädigung zu kündigen. Einige Arbeiter hätten die Kündigung gewählt, dann aber sei ihnen die Entschädigung verwehrt worden. In der Folge sei es zu der Suizid-Drohung gekommen. Schließlich beendeten 45 Beschäftigte freiwillig ihr Arbeitsverhältnis, berichtete die "SZ" unter Berufung auf Foxconn.

In der Firma in Wuhan werden außer Produkten für Microsoft   auch Geräte für Sony   und Nintendo   hergestellt. Foxconn produziert auch für Apple  .

Firmen in China haben seit einigen Monaten mit steigenden Kosten und einem Auftragsrückgang zu kämpfen. Die Arbeitsbedingungen und der Management-Stil bei Foxconn waren in den vergangenen Jahren wegen mehrerer Suizide von Beschäftigten ins Gerede gekommen.

mmq/dapd
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