Rückzug aus Italien Ananas für das Mutterland der Pizza? Domino’s gibt auf

Pizza und Italien – das gehört zusammen. Die US-Kette Domino’s plante dort Hunderte Filialen. Dass das am Ende nicht funktionierte, sorgt für Spott. Es lag aber wohl nicht an Südfrüchten.
Domino’s-Filiale in London (Symbolbild)

Domino’s-Filiale in London (Symbolbild)

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Russell Boyce/ REUTERS

Kühner Plan: Im Jahr 2015 wollte die US-Pizzakette Domino’s den italienischen Markt erobern. Mit regionalen Zutaten, aber auch kulinarisch umstrittenen amerikanischen Klassikern wie Ananas. Ausgerechnet im Mutterland der Pizza.

Nach sieben Jahren hat sich Domino’s nun aus Italien zurückgezogen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet , schlossen im vergangenen Monat die letzten der 29 Filialen.

Bei Twitter gibt es Spott: »Domino’s in Italien ist, als würde man versuchen, Schnee auf dem Nordpol zu verkaufen«, schreibt eine Nutzerin. Ein anderer Nutzer schreibt, dass die Eröffnung sehr gewagt gewesen sei.

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Die eigentliche Überraschung an dem Rückzug: An der Kulinarik soll es nicht gelegen haben. Zumindest nicht offiziell. Das Geschäft geriet mit dem Aufkommen von Drittanbietern wie Deliveroo, Just Eat oder Glovo ins Stocken.

Durch die Coronakrise und die Schließung von Restaurants dachten die lokalen Restaurants um und setzten auf die neuen Liefer-Dienstleister. Im vierten Quartalsbericht des vergangenen Jahres berichtete das Unternehmen laut Bloomberg eben von jenem »erheblich gestiegenen Wettbewerb auf dem Markt für Essenslieferungen«.

Doch keine Angst vor Ananas auf Pizza?

Domino’s hatte seine Chance vor allem im Service gesehen: Die alteingesessenen Pizzerias in Italien sollten nicht mit den modernen IT-Systemen und dem Liefertempo der Kette mithalten können.

Zunächst schien es auch zu laufen, laut der »New York Times«  feierte ein Vertreter von Domino’s Pizza Italia noch die Eröffnung des fünften Restaurants in Rom mit den Worten: Es gebe Italiener, »die keine Angst davor haben, Ananas auf eine Pizza zu legen«.

Doch bereits seit 2020 reduzierte Domino’s den Betrieb im Land. Ende 2020 betrugen die Schulden laut Bloomberg mehr als zehn Millionen Euro. Der Franchisenehmer ePizza hatte ursprünglich mehr als 880 Filialen in Italien eröffnen wollen.

hba
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