Schwache Konjunktur IWF erklärt USA zum Problem für die Weltwirtschaft

Die globale Konjunktur kommt nicht in Schwung. Der Weltwährungsfonds IWF hat vor allem einen Problemfall ausgemacht: die USA.

Fertigung beim Windkraftanlagenbauer Nordex
DPA

Fertigung beim Windkraftanlagenbauer Nordex


Der Internationale Währungsfonds sieht die globale Konjunktur weiter in der Flaute. Die Weltwirtschaft dürfte dieses Jahr nur um 3,1 Prozent zulegen, teilte der IWF in seinem neuen "World Economic Outlook" mit.

Trotz vieler Risiken halten die Washingtoner Experten damit an ihrer Prognose fest. Für das kommende Jahr rechnet der IWF weiterhin mit einem Wachstum von 3,4 Prozent. Mittelfristig dürfte das Wachstum der Industriestaaten weiter enttäuschend ausfallen, sagte Chefökonom Maurice Obstfeld. In den Schwellen- und Entwicklungsländern werde die Konjunktur eher anziehen.

Für die USA zeigte sich der IWF skeptischer als noch im Juli. Für die weltgrößte Volkswirtschaft senkte der Fonds seine Wachstumsprognose für 2016 von 2,2 auf 1,6 Prozent und für 2017 von 2,5 auf 2,2. "Das US-Wachstum hat 2016 enttäuscht", sagte Obstfeld.

Prognose für Deutschland leicht nach oben korrigiert

Für die Eurozone korrigierte der IWF seine Prognose gleichwohl leicht nach oben: Für 2016 liegt sie bei 1,7 und für nächstes Jahr bei 1,5 Prozent.

Zur deutschen Wirtschaft äußerten sich die IWF-Experten ebenfalls optimistischer. Sie erhöhten ihre Wachstumsprognose für 2016 von 1,6 auf 1,7 Prozent und für das nächste Jahr von 1,2 auf 1,4 Prozent.

Die Daten des IWF sind aber bereinigt um die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage und damit nicht mit dem jüngsten Herbstgutachten der deutschen Forschungsinstitute vergleichbar. Diese hatten einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,9 Prozent vorausgesagt, der sich im nächsten Jahr auf 1,4 Prozent abflauen dürfte.

Mit Blick auf die globale Konjunktur forderte Obstfeld mehr Impulse der Politik, um Wachstum zu fördern. Wichtig seien hier Reformen am Arbeitsmarkt und der Abbau von Handelsbarrieren. Notenbanken in Industriestaaten sollten laut IWF ihre lockere Geldpolitik fortsetzen und die Konjunktur weiter stützen. Dies müsse notfalls wie bisher mit sogenannten unkonventionellen Maßnahmen abseits des Leitzinses geschehen.

msc/Reuters/dpa/AFP



insgesamt 41 Beiträge
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karlsiegfried 04.10.2016
1. Na sowas
Das ist doch keine Neuigkeit.
lalito 04.10.2016
2. Gut
Angenommen, wir würden erst 70 % der vorhandenen Ressourcen benötigen - dann würde die Fuchserei hinter den Kommas ja Sinn machen. Da die Menschheit jedoch schon das 1,7 fache des Vorhandenen beansprucht bzw. über kurz oder lang verbrauchen möchte und sich dabei im Mainstream geriert, als hätte Sie noch zwei, drei von den Kügelchen im Schrank, fragt man sich doch, wer denn jetzt mal das Paradoxon darin findet? Sie dürfen es gerne behalten, Glückwunsch! Der ganze Wirtschafts- und Wachstumswahnsinn gibt bei übermäßigem Gefälle immer weiter Vollgas . . . lediglich die Bremsen fehlen.
j.vantast 04.10.2016
3. Also wie immer
Da es eben kein unendliches Wachstum gibt setzt man auf altbewährtes: Wachstum auf Pump. Und welche "Reformen am Arbeitsmarkt" sollen das sein? Noch mehr Leih- und Zeitarbeit? Und mit "Abbau von Handelsbarrieren" soll sicher CETA und TTIP gemeint sein. Die neue deutsche Nationalhymne heisst offenbar "Wirtschaft, Wirtschaft über alles". Pervers.
maxi.koch99 04.10.2016
4. Ich versteh
das ganze nicht. Ein wenig Wachstum ist doch auch gut. Und wenn die Schwellenländer aufholen um so besser Wo liegt das Problem?
mad_doc 04.10.2016
5. Verständlich
Die USA mit ihren offenen und verdeckten Kriegen um das Ölmonopol stören natürlich den Welthandel enorm. Die Interferenzen stören dann in allen Bereichen. Der Spruch, wenn die Kanonen knallen, knallen auch die Sektkorken, war immer Unsinn. Monopole sind das Bemühen um die Ausschaltung des Handels. Dieses Denken spürt man bei allen multinationalen Unternehmen nicht nur der USA. Die werden nur von der Wahnsinnszinspolitik der FED stärker angetrieben werden. Die Globalisierung erzeugt weltweite Monopole und damit unterliegen die Bevölkerungen aller Staaten der Ausplünderung. Sowohl als Arbeitskräfte wie als Konsumenten. Die Globalisierung ist der Untergang des "Fair Trade". Monopolisierung ist Sinn der Globalisierung und nicht die Teilnahme aller Länder am Warenaustausch, um den Wohlstand über Skaleneffekte zu fördern, wie es einst Ricardo mit seinen komparativen Kosten darstellte.
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