Konjunktur in der Ukraine-Krise IWF senkt weltweite Wachstumsprognose

Die Weltwirtschaft erholt sich weiter, aber nur langsam. Grund dafür sind laut Internationalem Währungsfond unter anderem die Krisen in der Ukraine und in Nahost. Besonders starke Auswirkungen muss Russland fürchten.

IWF-Hauptsitz in Washington: Ukraine-Krise beeinflusst die Konjunktur
DPA

IWF-Hauptsitz in Washington: Ukraine-Krise beeinflusst die Konjunktur


Washington/Berlin/Mexiko-Stadt - Russland droht nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein Wachstumseinbruch wegen seiner Rolle in der Ukraine-Krise - und damit könnte das Land auch die Weltwirtschaft nach unten zu ziehen: Die Experten sagen Russland in einer aktualisierten Prognose beim Bruttoinlandsprodukt nur noch ein Plus von 0,2 Prozent für 2014 voraus. Im April hatte der IWF noch 1,3 Prozent veranschlagt. Der globalen Wirtschaft trauen die Fonds-Experten dieses Jahr nur noch ein Plus von 3,4 Prozent zu, das sind 0,3 Prozent weniger als bisher erwartet.

"Die Weltwirtschaft erholt sich weiter, aber es geht nur langsam voran", sagte IWF-Chefökonom Olivier Blanchard. Geschuldet ist die revidierte Wachstumsschätzung nach seinen Worten vor allem der unerwartet schwachen Entwicklung zu Beginn des Jahres wegen des harten Winters in den USA und der schwachen Binnennachfrage in China. Die Aussichten für die USA sind aber laut IWF sehr gut.

Zu den großen Risiken zählten zudem Krisen wie der Ukraine-Konflikt und insbesondere die Lage in Nahost - die könnte zu einem starken Ölpreisanstieg führen. Die "geopolitischen Spannungen" hätten die Nachfrage geschwächt und die Wirtschaftsaktivitäten verlangsamt, heißt es in dem Bericht des IWF. Vor allem die Investitionen in Russland dürften demnach weiter zurückgehen.

Die langfristige Prognose des IWF bleibt aber optimistisch. "Die Senkung der Prognose sieht aber schlimmer aus als es ist", sagte Blanchard. "Größtenteils ist sie auf Entwicklungen in der Vergangenheit zurückzuführen." Für 2015 hält der IWF trotz zunehmender internationaler Krisen an der Schätzung fest, dass die Weltwirtschaft um 4 Prozent zulegen wird. Während Deutschland, Japan, Spanien und Großbritannien ehrgeizigere Wachstumserwartungen nährten, trübten sich die Aussichten für die Schwellenländer China und Brasilien ein.

mxw/dpa/AFP/Reuters

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