Traditionsreiche US-Warenhauskette J.C. Penney meldet wegen Coronakrise Insolvenz an

Eine der größten Ladenketten der USA bricht wegen der Coronakrise unter seiner Schuldenlast zusammen: J.C. Penney hat Insolvenz angemeldet. An die Chefs des Konzerns fließen trotzdem Millionenboni.
J.C. Penney Store in North Riverside: Jahrelanger Niedergang

J.C. Penney Store in North Riverside: Jahrelanger Niedergang

Foto: Kamil Krzaczynski/ REUTERS

Nach einem jahrelangen Niedergang hat die Coronakrise die traditionsreiche US-Warenhauskette J.C. Penney in die Knie gezwungen. Das 118 Jahre alte Unternehmen meldete Insolvenz an. Nun will das Unternehmen Läden aufgeben sowie nach einem Käufer suchen. Für die Firma arbeiten rund 85.000 Menschen - es ist damit das bisher größte Corona-Opfer im US-Einzelhandel.

Die Gläubiger haben J.C. Penney eine Finanzierungszusage in Höhe von 900 Millionen Dollar gegeben, um das Überleben in der Coronakrise zu sichern. Zudem hat das Unternehmen noch rund 500 Millionen Dollar Barmittel. Die Firma geht davon aus, dass diese Mittel und laufende Umsätze ausreichen, um den Betrieb während des Insolvenzverfahrens aufrechtzuerhalten und Umstrukturierungen zu ermöglichen. J.C. Penney ließ seit April zwei Termine zur Schuldentilgung ausfallen und nahm damit bereits Kurs auf ein Insolvenzverfahren.

J.C.Penney hat noch über 800 Läden, von denen viele das Herzstück amerikanischer Einkaufszentren sind. In seiner langen Geschichte profilierte sich die Warenhauskette erst als Stammgeschäft der US-Mittelschicht. Mit dem Boom des Onlinehandels und der Dominanz von Amazon wurden die Läden von J.C. Penney dann stärker zur Anlaufstelle von Schnäppchenjägern mit Discount-Coupons. Doch auch bei dieser Käuferschicht machen dem Dino Rivalen wie TJ Maxx - die amerikanische Variante von TK Maxx - zu schaffen. Seit rund einem Jahrzehnt steckt J.C. Penney in den roten Zahlen fest.

Chefin erhält 4,5 Millionen Dollar Bonus

2011 wollte J.C. Penney die Abwärtsspirale mit einem Neuanfang durchbrechen. Der als Visionär geholte Apple-Manager Ron Johnson, der einst unter Regie von Steve Jobs das Netz der Apple Stores aufgebaut hatte, setzte auf durchgängig niedrigere Preise statt Rabattcoupons und musterte Eigenmarken aus. Das kam bei den Stammkunden von J.C. Penney schlecht an - der Umsatz brach binnen einem Jahr um ein Viertel auf rund 13 Milliarden Dollar ein.

Johnson musste nach eineinhalb Jahren gehen. Sein zwischenzeitlicher Nachfolger, der von der Baumarkt-Kette Home Depot kam, brachte die in den Achtzigerjahren aufgegebene Kategorie der Hausgeräte zurück in die Läden. Das Geschäft schrumpfte weiter: Im vergangenen Geschäftsjahr kam J.C. Penney noch auf einen Umsatz von 10,7 Milliarden Dollar und verbuchte rote Zahlen von 268 Millionen Dollar.

Trotz der mauen Geschäfte verdienen die Topmanager des Konzerns immer noch prächtig: Erst am Sonntag hatte J.C. Penney mitgeteilt, dass die aktuelle Firmenchefin Jill Soltau einen Bonus von 4,5 Millionen Dollar erhalte. Mehrere andere Führungskräfte sollten demnach Boni in Höhe von einer Million Dollar bekommen.

hej/dpa
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