Outdoormarke US-Firma kauft Jack Wolfskin

Jack Wolfskin wird amerikanisch: Der US-Golfausrüster Callaway hat den Modehersteller aus Hessen übernommen. Der hat nach schwierigen Jahren zuletzt wieder deutlich höhere Gewinne erzielt.

Jack-Wolfskin-Filiale (Archiv)
REUTERS

Jack-Wolfskin-Filiale (Archiv)


Erst im vergangenen Jahr übernahm eine Gruppe von Finanzinvestoren Jack Wolfskin - nun wechselt die Outdoormarke erneut den Eigentümer. Der kalifornische Golfausrüster Callaway Golf zahlt für das Unternehmen aus dem hessischen Idstein umgerechnet 418 Millionen Euro, teilten die beiden Firmen mit. Jack Wolfskin verkauft Bekleidung und Schuhe etwa zum Wandern, Radfahren und Klettern.

"Die Transaktion ist ein wichtiger Schritt für unsere Marke, und wir sind sehr froh, mit Callaway einen strategischen und langfristigen Eigentümer zu bekommen", sagte Jack-Wolfskin-Chefin Melody Harris-Jensbach. Callaway mit Sitz im kalifornischen Carlsbad habe eine starke Marktpräsenz in den USA und Japan, die Jack Wolfskin Chancen für internationales Wachstum böten.

Die Übernahme soll im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden. Davor seien noch die üblichen Zustimmungen der Kartellbehörden nötig, teilten die Firmen mit.

Erst im vergangenen Jahr hatte eine Gruppe von Hedgefonds Jack Wolfskin übernommen. Zuvor war das Unternehmen nach dem im Jahr 2011 erfolgten Einstieg des US-Investors Blackstone in eine tiefe Krise gestürzt. Die Beteiligungsgesellschaft wollte das mittelständische Unternehmen auf einen globalen Expansionskurs trimmen.

Blackstone bürdete Jack Wolfskin aber auch einen erheblichen Teil der Kaufsumme von etwa 700 Millionen Euro als Schulden auf. Die Strategie ging schief: Der Umsatz stagnierte, von 2015 auf 2016 sank etwa die Zahl der Filialen in Deutschland von 235 auf 186.

Mehr Hintergrund finden Sie hier: Jack Wolfskin - Niedergang einer deutschen Marke

Zuletzt liefen die Geschäfte aber wieder deutlich besser. Bei einem Umsatz von 334 Millionen Euro steigerte Jack Wolfskin im Geschäftsjahr 2017/18 den Überschuss auf 42,1 Millionen Euro.

fdi/Reuters/dpa



insgesamt 23 Beiträge
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isi-dor 30.11.2018
1.
Eine Marke, die jeden verklagt, der irgendeinen Tier-Tatzenabdruck auf den Kleidern trägt, schließe ich leider von meinem Einkaufsverhalten aus. Jetzt, als US-Firma wird es natürlich noch schwieriger auf dem deutschen Markt. Die US-Handelskrieger sind gerade werbetechnisch in Europa etwas ins Hintertreffen geraten, um es mal euphemistisch auszudrücken.
Orthoklas 30.11.2018
2. Hedgefonds
Wenn die sympathischen Damen und Herren eines Hedgefonds Deine Firma in die Finger kriegen, dann gute Nacht.
habakuck58 30.11.2018
3. Jetzt erst recht.
Nach der Klagewelle gegen jeden Katzen-Hunde-Wolfsabdruck auf irgendwelchen Seiten und/oder Produkten waren Produkte dieses Unternehmens für mich schon länger Tabu. Jetzt erst recht. Schade eigentlich.
rrippler 30.11.2018
4. So ganz traurig bin ich nicht
Alle Kleidung, die ich dort gekauft hatte, sah optisch sehr robust aus, war es dann aber in der Realität garnicht sondern war schnell durchgewetzt. Der Shop ist eher was für Großstadt-Outdoor-Jünger, die mit dem SUV durch die Flaniermeile fahren, und wenn sie dann anhalten und beim Käfer in der Prinzregentenstraße aussteigen, dann müssen sie selbstredend einen zünftigen Eindruck machen.
3-plus-1 30.11.2018
5.
Ich mag Jack Wolfskin. Warum? Nun, das ist eines der wenigen Unternehmen, dass halbwegs dezente Treckingschuhe für den Alltag auch in Größe 50 (US 14) in zahlreicher Auswahl hat. Man bekommt zwar auch z.B. von Keen US 14/15, doch leider ist das dann bei uns eher 48 ... und das merkt man in der Länge! Daher freue ich mich, wenn JW möglichst lange überlebt, damit ich mir nicht mit zu kleinen Schuhen die Füße auf Hallux valgus kapputtpressen muss (wie es Vater und wahrscheinlich auch Großvater mussten, weil es nach dem Krieg keine Auswahl gab). Daher habe ich dann auch kaum Mitleid mit irgendwelchen kleinen Krautern, die evtl. von JW verklagt werden. Dort enden Schuhgrößen eh bei 45 und ich würde daher dort niemals einkaufen (können).
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