Urteil Jägermeister darf Kreuz im Logo behalten

Das Kreuz im Hirschgeweih verletzt keine religiösen Gefühle: Jägermeister darf das Logo einem Urteil zufolge weiter verwenden. Um den Likör ging es dabei sowieso nicht.
Das Jägermeister-Logo: Strahlendes Kreuz im Hirschgeweih

Das Jägermeister-Logo: Strahlendes Kreuz im Hirschgeweih

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Arnd Wiegmann/ REUTERS

Kräuterlikör-Hersteller Jägermeister darf in der Schweiz einem Gerichtsurteil zufolge sein traditionelles Hirschlogo mit dem Kreuz zwischen dem Geweih auch für andere Produkte verwenden. "Die religiösen Gefühle durchschnittlicher Christen" würden durch die Bildmarke nicht verletzt, urteilte das Schweizer Bundesverwaltungsgericht.

Durch die Kombination des Kreuzes mit dem Hirsch und dem Strahlenkranz werde das christliche Symbol "in keiner verletzenden oder respektlosen Weise dargestellt."

Im September 2017 hatte das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum dem Jägermeister-Logo auf Produkten wie Sportartikeln, Handy-Hüllen und Kosmetika den Schutz verweigert, weil die Darstellung mit dem Kreuz das Empfinden von Christen verletzen könnte. Jägermeister hatte dagegen Beschwerde eingelegt. "Das Urteil ist zu unseren Gunsten ausgefallen", sagte ein Sprecher von Jägermeister. "Damit behalten wir das Markenrecht auch für unsere Merchandising-Produkte in der Schweiz - ein wichtiger Markt für die globale Jägermeister-Marke."

Jägermeister geht auf den 1878 im niedersächsischen Wolfenbüttel von Wilhelm Mast gegründeten Essighersteller zurück. Die Likörrezeptur und das Logo existieren seit 1934. Der Erfinder des Likörs, selbst ein passionierter Jäger, habe im Logo die Sage vom Heiligen Hubertus zitiert, dem Schutzpatron der Jäger, erklärt der Sprecher.

Der Sage nach ist dem Heiligen Hubertus bei einer sonntäglichen Jagd ein Hirsch mit leuchtendem Kreuz im Geweih erschienen. Daraufhin soll er der Jagd am "heiligen" Sonntag entsagt haben und stattdessen in die Kirche gegangen sein.

caw/Reuters

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