Kleidervorschriften am Arbeitsplatz Japanische Frauen machen gegen Brillenverbot mobil

In Sachen Gleichberechtigung hat die japanische Gesellschaft noch Nachholbedarf. Inzwischen wächst der Widerstand gegen einige besonders empörende Gängelungen in Unternehmen.

Autorin Yumi Ishikawa: Zu Belästigung am Arbeitsplatz nichts Konkretes
AFP/Charly TRIBALLEAU

Autorin Yumi Ishikawa: Zu Belästigung am Arbeitsplatz nichts Konkretes


In Japan haben Brillenverbote für Frauen in manchen Unternehmen Proteste ausgelöst. Eine Gruppe von Aktivistinnen will in einer Petition die Regierung auffordern, frauenfeindliche Vorschriften zu Kleidung und Aussehen weiblicher Mitarbeiter in einem geplanten Gesetz gegen Belästigung am Arbeitsplatz zu benennen, wie die japanische Tageszeitung "Tokyo Shimbun" am Montag berichtete.

In Japan sind in Unternehmen verschiedener Branchen diskriminierende Vorschriften für Frauen noch weit verbreitet. So wird weiblichen Mitarbeitern zum Beispiel an der Firmenrezeption das Tragen von Brillen verboten. Empfangsdamen seien nun mal das "Gesicht der Firma", da störe eine Brille. Manche Kosmetikfirma argumentiert zudem, Brillen bei Verkäuferinnen verdeckten das eigene Produkt.

Hinter der jetzt gestarteten Petition steht eine Gruppe von Frauen unter Führung der Schauspielerin und Autorin Yumi Ishikawa, die zuvor schon eine Initiative gegen das verpflichtende Tragen von hochhackigen Schuhen für Frauen am Arbeitsplatz gestartet hatte. Unter dem Hashtag "#KuToo" - einer Anspielung auf die japanischen Worte für Schuhe (kutsu) und Schmerz (kutsuu) - werden seither entsprechende Regeln in Firmen kritisiert.

Auch in Reaktion auf das Brillenverbot gibt es im Netz einen eigenen japanischsprachigen Hashtag. Zwar erkenne die Regierung das Problem an - in den geplanten Richtlinien zu Belästigung am Arbeitsplatz stehe aber nichts Konkretes, wird Ishikawa zitiert.

mik/dpa



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