Profitabilität Japans Autobauer hängen deutsche Konkurrenz ab

Die japanische Autoindustrie hat sich von der Erdbebenkatastrophe im März 2011 erholt: Inzwischen sind die Unternehmen der Branche profitabler als ihre deutschen Rivalen. Toyota konnte Volkswagen im ersten Quartal dieses Jahres vom Spitzenplatz beim Umsatz verdrängen.

Produktion in Nissan-Werk: Erholung nach der Erdbebenkatastrophe
REUTERS

Produktion in Nissan-Werk: Erholung nach der Erdbebenkatastrophe


Hamburg/Stuttgart - Zwei Jahre nach der Erdbebenkatastrophe sind die japanischen Autobauer wieder hochprofitabel. Sie konnten die Marge im operativen Geschäft im ersten Quartal dieses Jahres um 2,7 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent hochschrauben. Die deutschen Hersteller fielen eine Analyse der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge hingegen um gut zwei Punkte auf 5,9 Prozent zurück.

Eine besondere Genugtuung für Toyota Chart zeigen dürfte dabei sein, Volkswagen Chart zeigen beim Umsatz wieder auf den zweiten Platz verdrängt zu haben. 48,4 Milliarden Euro setzte der japanische Branchenprimus von Januar bis März um, zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Volkswagen musste einen Rückgang von zwei Prozent auf 46,6 Milliarden Euro hinnehmen.

Wegen der Rezession in der Euro-Zone sind die deutschen Autobauer in einer schwierigen Lage. Ihr Gesamtumsatz sank der Analyse zufolge im ersten Quartal um drei Prozent auf gut 90 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum steigerten sich die Erlöse der Japaner demnach um sechs Prozent auf 111 Milliarden Euro. Die US-Konkurrenz mit der Opel-Mutter General Motors Chart zeigen an der Spitze kam auf 68 Milliarden Euro, ein Plus von zwei Prozent.

BMW hochprofitabel, Daimler nicht

Der Erfolg der Japaner beruht laut der Analyse vor allem auf dem schwachen Yen, durch den der Export angekurbelt wird, weil japanische Produkte im Ausland günstiger werden. Die japanischen Unternehmen hätten zudem ihre Effizienz erheblich gesteigert. Ihnen kommt auch zugute, dass sie in Europa weniger vertreten sind, wo derzeit kaum neue Autos verkauft werden. In den USA dagegen, wo die Pkw-Nachfrage gut läuft, sind Toyota, Nissan Chart zeigen und andere japanische Marken stärker vertreten als die deutschen Konkurrenten. Die spielen dort eher eine Nischenrolle.

Noch profitabler als die Japaner waren allerdings koreanische Hersteller. Sie erreichten von Januar bis März eine operative Marge von 7,9 Prozent. Die US-Hersteller lagen mit 3,7 Prozent Rendite abgeschlagen zurück.

Profitabelste Automarke weltweit blieb jedoch eine deutsche: BMW Chart zeigen erwirtschaftete 11,6 Prozent Marge, gefolgt von Hyundai Chart zeigen mit 8,7 Prozent und Toyota mit 8,6 Prozent. Volkswagen landete mit 5,0 Prozent im Mittelfeld - lag aber deutlich vor Daimler Chart zeigen. Beim Stuttgarter Konzern blieben von 100 Euro Umsatz lediglich 3,50 Euro operativer Gewinn übrig.

fdi/Reuters



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squizzelchen 04.06.2013
1. richtigstellung
Ich würde weder übereinstimmen, dass Deutsche Autos in den USA ein nischenprodukt ist, noch dass Daimler die richtige Bezeichnung ist für den Stuttgarter Automobilhersteller ist. er heißt Mercedes-Benz AG mit der submarke Mercedes-Benz. ist der Autor wirklich Auto Experte?
üpoiu 04.06.2013
2.
Zitat von squizzelchenIch würde weder übereinstimmen, dass Deutsche Autos in den USA ein nischenprodukt ist, noch dass Daimler die richtige Bezeichnung ist für den Stuttgarter Automobilhersteller ist. er heißt Mercedes-Benz AG mit der submarke Mercedes-Benz. ist der Autor wirklich Auto Experte?
Immer wieder schön, wenn Besserwisser es doch nicht besser wissen. Ich kann im Bundesanzeiger keine Mecedes-Benz AG finden, wohl aber eine Daimler AG. Es gibt dann noch eine Mercedes-Benz Bank AG, irgendwelche Grundstücksgesellschaften und sonstige GmbHs aber keine Mercedes-Benz AG.
joergb. 04.06.2013
3. BMW ist nicht die profitabelste Marke
sondern Ferrari, sogar mit deutlichen Vorsprung vor BMW. Ferrari hat im letztem Jahr eine Marge von über 16% erwirtschaftet, dass ist locker über 40% mehr Marge als die Bayern. Sollte hier nur einmal erwähnt werden.... Achso, dass Ferrari die bekannteste Marke der Welt ist, sogar noch vor CocaCola darf man auch ruhig erwähnen und dazu wurde dieser mittelständische Automobilhersteller noch vom akademischen Nachwuchs als das mit Abstand attraktivste Unternehmen in Europa gewählt. Mehr Auszeichnung geht eigentlich nicht mehr undwo bitte ist dort irgendwo Porsche oder BMW auch nur ansatzweise im Ranking diesen kleinen fiesen Italienern nahe gekommen? Antwort, überhaupt nicht.....
derBob 04.06.2013
4. Na das paßt doch...
da in Deutschland Profit zu erwirtschaften ohnehin von vielen als pervers angesehen wird, kommen die Deutschen Autohersteller eben auf diesem Weg den detuschen Forennörglern entgegen.
picard95 04.06.2013
5.
VW könnte profitabler sein, wenn ihre teuren Komponenten wie DSG und ihre TSI Motoren inkl. Turbolader wenigstens die (erweiterte) Garantiezeit überstehen würden. Noch besser wäre es, wenn die Wagen wieder eine allgemeine Laufleistung von mindestens 300.000km ohne Motorreparaturen aushalten würden. Die meisten halbwegs gepflegten Benziner die 199x gebaut wurden (auch von VW) hielten mindestens solange durch. Aber ich als Gebrauchtwagenkäufer werde wohl als nächstes einen Neuwagen kaufen; zu groß ist die Gefahr dass sich nach 6 Monaten das DSG, der Turbolader oder die Steuerkette verabschiedet wenn man sich einen Gebrauchtwagen holt. Die Spritersparnisse auf dem Papier stehen m.e. nach in keinem Verhältnis zu den zu erwartenden Reparaturkosten. Auch wenn der Slogan "was das Auto nicht verbaut hat kann auch nicht kaputt gehen" natürlich auch nicht die absolute Weisheit bedeutet. Aber so 1994-1998 schien eine gute Zeit für robust gebaute Ottomotoren für Kompaktwagen gewesen zu sein. Das waren (meist) Saugbenziner mit elektrischer Einspritzung, 4 Zylinder, 16 Ventile, zwei Nockenwellen, die im 75-100PS Bereich REAL zwischen 6,5 und 7,5l zu bewegen waren. Wer mehr als Richtgeschwindigkeit fährt verbraucht natürlich mehr; aber dass machen die neuen Benzinmotoren auch. Da ich gerne wieder einen Wagen mit Automatikgetriebe fahren möchte, wird es wohl auf einen Toyota Prius hinauslaufen. Oder einen Kia mit 7 Jahren Garantie auch auf das Getriebe. VW, Ford etc. mit ihrer mageren Garantie (die wissen warum) sind da leider aussen vor.
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