Starker Yen und weniger Nachfrage Japans Exporte sinken deutlich

Die japanische Wirtschaft kommt nicht in Schwung, die Exporte sind mit rund zehn Prozent deutlich zurückgegangen - und das schon zum siebten Mal in Folge. Die Einfuhren brachen mit 23,3 Prozent noch stärker ein.

Containerterminal in Tokio
DPA

Containerterminal in Tokio


Der stärkere Yen und eine schwache Auslandsnachfrage lasten spürbar auf dem Außenhandel Japans. Die Ausfuhren der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft lagen im April 10,1 Prozent tiefer als im Vorjahr, teilte die Regierung mit. Es ist der siebte Rückgang in Folge. Die bereits pessimistischen Erwartungen wurden übertroffen, Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 9,9 Prozent gerechnet.

Deutlich rückläufig waren die Ausfuhren sowohl nach China und in andere asiatische Staaten als auch in die USA. Die Exporte in die EU stiegen dagegen an. Neben der verhaltenen globalen Konjunktur sehen Experten einen wichtigen Grund für den schwachen Außenhandel in der Stärke des Yen: Die japanische Währung hat seit Jahresbeginn zum Dollar deutlich zugelegt. Japanische Waren werden damit für viele ausländische Abnehmer teurer, was deren Nachfrage drückt. Die Regierung Japans hat bereits angekündigt, gegen die Yen-Stärke vorgehen zu wollen, falls sie sich fortsetzt.

Noch stärker als die Exporte gingen die Importe nach Japan zurück - um 23,3 Prozent. Erwartet wurde ein Minus von 14,9 Prozent. Ein Teil des Rückgangs kann mit im Jahresvergleich geringeren Weltmarktpreisen von Rohöl und Gas erklärt werden. Von deren Einfuhr ist Japan stark abhängig, weil die meisten Atommeiler wegen der Katastrophe von Fukushima immer noch abgeschaltet sind. Da die Einfuhren stärker fielen als die Ausfuhren, stieg der Handelsüberschuss des Landes.

kpa/dpa-AFX



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.