Wechsel an der Konzernspitze Jeff Bezos gibt Amazon-Leitung ab

Amazon-Gründer Jeff Bezos gibt seinen Posten als CEO des Onlineversandhändlers ab, bleibt dem Unternehmen aber in anderer Position treu. Ein Nachfolger steht mit Andy Jassy bereits fest.
Jeff Bezos gibt im Herbst seinen CEO-Posten auf

Jeff Bezos gibt im Herbst seinen CEO-Posten auf

Foto: MICHAEL NELSON/EPA-EFE/Shutterstock

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon leitet einen Wechsel an seiner Konzernspitze ein. Unternehmensgründer Jeff Bezos wird den Vorstandsvorsitz im dritten Quartal 2021 an Andy Jassy abgeben, den Leiter des boomenden Cloudgeschäfts. Das teilte Amazon am Dienstag nach US-Börsenschluss in Seattle mit. Bezos könnte danach aber als geschäftsführender Vorsitzender des dem Vorstand übergeordneten Verwaltungsrats weiterhin großen Einfluss ausüben.

»Im Moment sehe ich Amazon in seiner erfindungsreichsten Phase, was einen optimalen Zeitpunkt für diesen Übergang darstellt«, sagte Bezos laut einer Mitteilung von Amazon . In einer Nachricht an die Amazon-Mitarbeiter sagte Bezos zudem: »Ich hatte noch nie mehr Energie, und es geht nicht darum, in den Ruhestand zu gehen.« In seiner zukünftigen Rolle als Verwaltungsratschef wolle Bezos seine Energie und Aufmerksamkeit auf neue Produkte und Initiativen ausrichten. Außerdem gewinne er so mehr Zeit für andere Projekte wie seine Stiftungen, seine Raumfahrtfirma Blue Origin oder die Zeitung »The Washington Post«, die in seinem Privatbesitz ist.

Der 57 Jahre alte Bezos gründete Amazon 1994 und baute das Unternehmen vom Onlinebuchladen zum Billionenkonzern auf. Mit einem geschätzten Vermögen von 188 Milliarden Dollar ist Bezos derzeit dem »Bloomberg Billionaires Index« zufolge der zweitreichste Mensch der Welt.

Neben dem Wechsel an der Konzernspitze teilte Amazon auch seine Zahlen zum vierten Quartal 2020 mit. In den drei Monaten bis Ende Dezember knackte Amazon beim Umsatz dank des Bestellbooms in der Coronakrise und eines starken Weihnachtsgeschäfts erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum legten die Erlöse um 44 Prozent auf 125,6 Milliarden Dollar zu. Den Nettogewinn konnte Amazon auf 7,2 Milliarden Dollar (6,0 Mrd. Euro) deutlich mehr als verdoppeln. Im Geschäftsjahr 2020 verdiente der Konzern 21,3 Milliarden Dollar, was einem Anstieg um 84 Prozent und einer neuen Bestmarke entspricht.

Der Onlinegigant profitierte abermals stark von seinem Cloudgeschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Internet. Die vom zukünftigen Vorstandschef Jassy geführte AWS-Plattform, die von vielen Unternehmen und Apps genutzt wird, erhöhte den Quartalsumsatz um 28 Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar und blieb damit etwas unter den Erwartungen. Das Betriebsergebnis kletterte derweil um 37 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar.

ptz/AFP/Reuters/dpa
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