»Davon geträumt, seit ich fünf Jahre alt bin« Jeff Bezos will sich im Juli ins All schießen lassen

Beim ersten bemannten Weltraumflug seiner Weltraumfirma Blue Origin will Amazon-Chef Jeff Bezos selbst mit an Bord sein. Als Begleitung wählt er seinen »besten Freund«.
Jeff Bezos vor einer Kapsel seines Raumfahrtprojekts Blue Origin

Jeff Bezos vor einer Kapsel seines Raumfahrtprojekts Blue Origin

Foto:

Isaiah Downing/ REUTERS

In den vergangenen Wochen machte Jeff Bezos viele seiner Aktien zu Geld. Der Firmenchef brauche Cash für seine Raumfahrtpläne, hieß es. Doch wohl nur wenige dürften damit gerechnet haben, dass der reichste Mann der Welt so schnell selbst ins Weltall fliegen will.

In wenigen Wochen schon will der Amazon-Milliardär nun abheben. »Seit meinem fünften Lebensjahr träume ich davon, ins All zu reisen. Am 20. Juli werde ich diese Reise mit meinem Bruder unternehmen«, schrieb Bezos bei Instagram.

Dazu veröffentlichte der Gründer des Onlinehändlers ein Video, in dem er von seiner Faszination für das Weltall schwärmt und seinen Bruder fragt, ob er mit ihm auf den Flug seiner Weltraumfirma Blue Origin kommen will. Bisher war lediglich bekannt gewesen, dass Blue Origin überhaupt im Juli erstmals Menschen ins All bringen will – das Unternehmen hatte zudem damit begonnen, einen der Plätze an einen Weltraum-Touristen zu versteigern. Dass bei der Premiere gleich auch noch der Chef mit an Bord sein würde, war bislang nicht bekannt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Instagram, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Den bisherigen Plänen zufolge wird der Flug etwa zehn Minuten dauern, vier Minuten davon sollten die Passagiere oberhalb der Kármán-Linie verbringen, die die Grenze zwischen der Erdatmosphäre und dem Weltraum markiert. In rund hundert Kilometer Höhe kann die Crew an Bord dann Schwerelosigkeit erleben und die Krümmung der Erde vom Weltraum aus betrachten.

Aktuelles Gebot für den All-Ausflug: 2,8 Millionen Dollar

Mit seinem eigenen Weltraum-Aufenthalt könnte Bezos auch ein Stück weit zu seinem Konkurrenten Elon Musk aufschließen. Gegen den Tesla-Pionier und dessen Raumfahrtunternehmen SpaceX hatte der Amazon-Manager, der im Februar seinen Rückzug von der Konzernspitze angekündigt hat, zuletzt nämlich eine empfindliche Niederlage erlitten. Eine wichtige Nasa-Ausschreibung konnte SpaceX für sich entscheiden. Durch sie sollen wieder US-Astronauten auf den Mond gebracht werden.

Das letzte Gebot für einen Sitz in Bezos' Astronautenkapsel, die große Panoramafenster hat und in der sechs Menschen Platz finden, steht dabei bei 2,8 Millionen Dollar. Die Auktion läuft bis zum 12. Juni, mehr als 5200 Bieter aus 136 Ländern haben sich bislang um den Platz im Cockpit beworben.

Wer auf den übrigen freien Sitzen Platz nehmen soll, ließ das Unternehmen zunächst offen. Wem der Flug zu teuer ist, der kann darauf hoffen, dass das Angebot bald größer wird: Auch der britische Milliardär Richard Branson plant, mit seiner Galactic Holdings zahlende Gäste ins All zu bringen.

Bezos hatte Blue Origin vor rund 20 Jahren gegründet. Mitte April hatte die Firma ihre »New Shepard« genannte Rakete mit Astronautenkapsel zuletzt getestet. Dabei erreichte sie eine Höhe von rund 105 Kilometern, bevor sie zur Erde zurückkehrte. Erstmals probten dabei auch Mitarbeiter der Firma vor dem Start und nach der Landung einige Aufgaben von Astronauten. Der eigentliche Testflug blieb aber unbemannt – mit Menschen an Bord ist die »New Shepard« bislang noch nie geflogen.

apr/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.