Anklage in den USA Softwareentwickler McAfee in Spanien verhaftet

Der Softwarepionier John McAfee stand schon unter Mordverdacht. Nach seiner Verhaftung in Spanien werfen US-Behörden ihm nun ein anderes Vergehen vor: Steuerhinterziehung, auch im Zusammenhang mit Kryptowährungen.
Skandalumwittert: John McAfee 2012 in Belize

Skandalumwittert: John McAfee 2012 in Belize

Foto: REUTERS/ San Pedro Sun

Wegen Vorwürfen der Steuerhinterziehung und unlauterer Werbung für Kryptowährungen droht dem Softwareentwickler John McAfee eine lange Haftstrafe in den USA. Sowohl die Börsenaufsicht SEC als auch das Justizministerium  teilten in Washington mit, sie hätten Anklage gegen McAfee erhoben. Der 75-Jährige sei in Spanien verhaftet worden und solle in die USA ausgeliefert werden.

Das Justizministerium will McAfee wegen Steuerhinterziehung und vorsätzlicher Unterlassung von Steuererklärungen strafrechtlich belangen. Die SEC wirft dem Pionier der Antivirensoftware unter anderem vor, bestimmte digitale Währungen empfohlen zu haben, ohne offenzulegen, dass er dafür Millionen von den Initiatoren erhielt. In diesem Zusammenhang sei auch McAfees Leibwächter angeklagt worden.

Der Anklage zufolge soll McAfee zwischen 2014 und 2018 "erhebliche Einkommen" nicht versteuert haben. In diesem Zeitraum sei er auch als Berater tätig gewesen, habe Vorträge gehalten und die Rechte an seiner Lebensgeschichte für eine Dokumentation verkauft, teilte die Staatsanwaltschaft in Tennessee mit. Sollte der Unternehmer mit britisch-amerikanischen Wurzeln in allen Punkten für schuldig befunden werden, drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft.

Abenteuerliche Flucht durch den Dschungel

Eine Stellungnahme McAfees lag zunächst nicht vor. Die Anklage wegen Steuervergehen datiert bereits aus dem Juni, wurde jedoch erst jetzt veröffentlicht. McAfee hatte in den Achtzigerjahren das nach ihm benannte, auf Antivirensoftware spezialisierte Unternehmen McAfee gegründet, aus dem er sich in den Neunzigerjahren zurückzog.

Im Jahr 2012 machte McAfee weltweit Schlagzeilen, als nach einem Mord an seinem Nachbarn in Belize nach ihm gefahndet wurde. Nach einer abenteuerlichen Flucht durch den Dschungel kehrte er in die USA zurück und ließ sich zwischenzeitlich auch als Kandidat für die Präsidentenwahl 2016 registrieren. In diesem Jahr kandidierte McAfee zunächst erneut, beendete seine Kampagne aber schon im März wieder.

dab/dpa/AP
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