Hypothekenstreit Großbank JP Morgan bietet Regierung Milliarden an

JP Morgan will sich offenbar aus dem Hypothekenstreit mit der Regierung herauskaufen. Die US-Bank bot dem "Wall Street Journal" zufolge für einen Vergleich drei Milliarden Dollar an. Das Justizministerium lehnte ab - und fordert mehr.
JP-Morgan-Chef Jamie Dimon: Klage könnte bald eingereicht werden

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon: Klage könnte bald eingereicht werden

Foto: LARRY DOWNING/ REUTERS

New York - Für drei Milliarden Dollar sollen die Ermittlungen eingestellt werden: Die US-Großbank JP Morgan Chase   hat der Regierung im Streit über Hypothekengeschäfte einen milliardenschweren Vergleich angeboten. Das Justizministerium verlangt aber Milliarden mehr, schreibt das "Wall Street Journal" ("WSJ") unter Berufung auf eine eingeweihte Person. Dem Bericht zufolge ist aber unklar, welche Streitfälle genau Gegenstand des angestrebten Vergleichs sind.

Insidern zufolge will die Regierung in Washington der größten US-Bank wegen Hypothekengeschäften den Prozess machen. Das Justizministerium bereite eine Klageschrift vor, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Sprecher der Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

JP Morgan wird vorgeworfen, bei der Ausgabe von hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) zwischen 2005 bis 2007 Vorschriften verletzt zu haben. Riskante Wertpapiere hatten die Finanzkrise ausgelöst. Nach dem Platzen der Preisblase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein. Viele Banken kamen in Schwierigkeiten.

Die Bank, die einst als Vorzeigeinstitut galt, kämpft derzeit an vielen Fronten. Wegen einer mutmaßlichen Manipulation des US-Strommarkts zahlte JP Morgan unlängst 410 Millionen Dollar und wegen des Spekulationsdesasters um einen Londoner Derivatehändler mit Spitznamen "Wal von London" 920 Millionen Dollar.

vks/Reuters/dpa
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