Wall Street JP Morgan Chase enttäuscht Börsianer

Die amerikanische Großbank JP Morgan Chase drückt mit einem schwachen Quartalsergebnis die Stimmung an den US-Börsen. Die Sorgen nehmen zu, dass die Kurse nicht durch Gewinne gedeckt sind. Auch der Dax geht mit einem Minus aus der Woche.

Händler an der New Yorker Börse: Wachsende Bedenken
AP/dpa

Händler an der New Yorker Börse: Wachsende Bedenken


New York - Anleger sind von enttäuschenden Geschäftszahlen der US-Großbank JP Morgan Chase am Freitag aufgeschreckt worden und haben weltweit Aktien abgestoßen. Experten zufolge befürchteten sie, dass die Börsen - vor allem in den USA - überhitzt und die Kurse durch die Gewinnaussichten nicht gedeckt seien. In New York gehörten insbesondere Finanztitel zu den Verlierern.

Der Dow-Jones-Index tendierte am Nachmittag 0,6 Prozent im Minus bei 16.073 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq verlor knapp 0,6 Prozent auf 4031 Zähler. In Frankfurt am Main ging der Dax mit einem Minus von 1,5 Prozent aus der Woche. Schlussstand waren 9315 Punkte. Auf die Woche gesehen lag der Verlust bei 3,9 Prozent. Das ist das größte Wochenminus seit Juni 2013.

"Der Ausverkauf resultiert aus den wachsenden Bedenken zum künftigen Gewinnwachstum", sagte Unicredit-Stratege Christian Stocker. "Die Bewertungen sind hoch im Vergleich zu den Jahren davor, und der Trend bei den Gewinnschätzungen ist für die USA sehr verhalten und fast stagnierend in Europa." Klaus Wiener, Chefvolkswirt von Generali Investments Europe, bezeichnete die aktuellen Verluste aber als vorübergehend. Schließlich gewinne die US-Konjunktur an Fahrt. Gleichzeitig blieben die Zinsen beiderseits des Atlantiks auf absehbare Zeit nahe null Prozent. "Der Renditehunger der Anleger wird sicherstellen, dass bei jedem Rücksetzer die Nachfrage nach Aktien steigt", sagte er.

Finanztitel verlieren - bis auf Wells Fargo

JP-Morgan-Aktien verloren drei Prozent. Das Kreditinstitut blieb mit einem Nettogewinn von 5,3 Milliarden Dollar im ersten Quartal ein Fünftel unter dem Vorjahreszeitraum und auch unter den Markterwartungen. Die Zahlen des US-Branchenprimus gelten als schlechtes Omen für die gesamte Branche. Die Aktien von Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley büßten zwischen 0,8 und 1,8 Prozent ein.

Die Aktien der viertgrößten US-Bank Wells Fargo Chart zeigen legten dagegen 1,2 Prozent zu. Dem Institut gelang ein unerwartet kräftiger Gewinnanstieg, was auf einen Rückgang fauler Kredite und allgemein gesunkener Kosten zurückgeführt wurde.

yes/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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materialist 11.04.2014
1. Aktienblase
Die derzeitigen Aktienkurse sind das normale Ergebnis der Papiergeldschwemme,siehe hierzu auch die weitgehend miserable Dividendenrendite.Die Firmen sind nicht mehr wert als früher sondern das Geld ist weniger wert.
spon-facebook-10000523851 11.04.2014
2. Ist doch kein Problem.
Bankkunden noch etwas mehr ausquetschen. Hat doch auch in der Vergangenheit immer tolle Ergebnisse gebracht. Ich frage mich halt immer warum diese Kartenhaeuschen immer noch Banken genannt werden. Banken im urspruenglichen Sinne gibt's doch gar nicht mehr. Irgendwann macht's mal "poof", und dann sind die Scheingebilde weg vom Fenster.
ramsess 12.04.2014
3.
Zitat von sysopAP/dpaDie amerikanische Großbank JP Morgan Chase drückt mit einem schwachen Quartalsergebnis die Stimmung an den US-Börsen. Die Sorgen nehmen zu, dass die Kurse nicht durch Gewinne gedeckt sind. Auch der Dax geht mit einem Minus aus der Woche. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/jp-morgan-chase-enttaeuscht-boersianer-a-964026.html
die Kurse der Aktien sind nicht durch die gewinne der unternehmen gedeckt keine Ahnung ob man nun lachen oder weinen soll
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