Trotz Börsenflaute US-Großbanken verdienen Milliarden

Amerikas Großbanken schwächeln an der Börse - und machen dennoch Milliardengewinne. Allein JP Morgan Chase erwirtschaftete einen Gewinn von sieben Milliarden Dollar.

Wall Street in New York
AFP

Wall Street in New York


Die US-Großbanken JP Morgan Chase, Citigroup und Wells Fargo haben im zweiten Quartal Milliardengewinne gemacht. Beim US-Branchenführer JP Morgan Chase stieg der Quartalsgewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf sieben Milliarden Dollar.

Zum einen profitierte die Bank von der Ausgabenfreude der Verbraucher, die mehr Darlehen aufnahmen und ihre Kreditkarten öfter einsetzten, zum anderen von den steigenden Zinsen. Die US-Notenbank Fed hatte im Juni erneut die Zinsen erhöht und signalisiert weitere Anhebungen.

Schlechter lief es dagegen im Anleihenhandel, da sich die Kunden angesichts relativ stabiler Börsen zurückhielten. Im Vorjahreszeitraum hatten die Turbulenzen rund um das Brexit-Votum noch für rege Handelsaktivitäten gesorgt.

Auch Rivale Citigroup konnte ein schwächeres Kapitalmarktgeschäft durch Zuwächse in anderen Sparten abfedern. Die Bank profitierte von anziehender Kreditvergabe und steigenden Zinsen. So lief das Privat- und Firmenkundengeschäft in weiten Teilen besser, wenngleich die Bank mehr Geld durch faule Kredite verlor. Der Gewinn lag bei 3,9 Milliarden Dollar.

Auch Wells Fargo steigerte seinen Gewinn deutlich. Der Überschuss wuchs im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Der Bank kam zugute, dass sie sich traditionell auf das Privatkundengeschäft konzentriert und sich weitgehend vom Handel an den Kapitalmärkten zurückhält.

Eine Affäre um Scheinkonten belastet das Institut hingegen weiter. Wells Fargo hatte im September eingeräumt, dass Angestellte unter hohem Verkaufsdruck über Jahre in großem Stil von Kunden unautorisierte Spar- und Kreditkartenkonten eingerichtet hatten. Es folgten zahlreiche Entlassungen, ein Einbruch im Neugeschäft sowie millionenschwere Strafen von US-Behörden und Vergleiche mit Sammelklägern. Der Fall ist noch nicht ausgestanden - Aufseher ermitteln weiter.

asa/dpa/Reuters



insgesamt 13 Beiträge
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Nonvaio01 14.07.2017
1. geht doch
und somit stiegt das GDP, nur leider wird nichts produziert und somit keine Arbeitsplaetze geschaffen, macht sich aber gut wenn man saghen kann die Wirtschaft waechst um 2%...;-)
solltemanwissen 14.07.2017
2.
Na da hat sich das Invest in Trump ja gelohnt. Wundert einen diese Nachricht denn? Trumps Kabinett besteht zu großen Teilen aus Finanzlobby!
geotie 14.07.2017
3.
So wie es aussieht, erwirtschaften diese Banken mit Krisen. Warum sollten diese Milliardäre nicht die Voraussetzungen für weitere Krisen schaffen. Trump hat obendrein noch seine Gefolgschaft, die es gut finden wenn die selbst ärmer werden. Ich selbst glaube aber kaum, dass die das überhaupt mitbekommen. Steigbügelhalter, wie diese Anhängerschaft, sind Stolz, - aber auf wa?
MiniDragon 14.07.2017
4. Ein hauptächlicher Grund
dafür, dass es trotz niedriger Basis-Zinsen einigen amerikanischen Großbanken immer noch so gut geht, ist wohl die Tatsache, dass in den USA die so genannten kleinen Leute noch häufiger als hier bei uns ständig ihr Konto überziehen und teure Dispokredite in Anspruch nehmen.
hamburgwolfgang 14.07.2017
5. Na klar verdienen die gut
Die Amerikaner haben die Deutsche Bank abgestraft und US Banken mit Samthandschuhen angefasst., um die weiter nach vorn zu bringen. Das ist America First.
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