Hypothekenstreit JP Morgan soll vier Milliarden Dollar Strafe zahlen

Bei Immobilienkrediten und beim Verkauf von Wertpapieren ging es nicht rechtens zu - nun soll JP Morgan Chase vier Milliarden Dollar Strafe zahlen. Darauf hat sich die US-Bank laut "Wall Street Journal" mit der Aufsichtsbehörde geeinigt.

JP-Morgan-Zentrale in New York: Rechtsstreitigkeiten sorgen für Verluste
AFP

JP-Morgan-Zentrale in New York: Rechtsstreitigkeiten sorgen für Verluste


Washington - Die Bank soll die Strafzahlung angeblich um ein Drittel gedrückt haben: Wegen umstrittener Hypothekengeschäfte muss JP Morgan Chase Chart zeigen offenbar vier Milliarden Dollar Strafe zahlen. Das Geldhaus habe mit der für den US-Wohnungsmarkt zuständigen Aufsichtsbehörde eine vorläufige Einigung in der Sache erzielt, berichtet das "Wall Street Journal" auf seiner Internetseite unter Berufung auf Insider. Die Federal Housing Finance Agency (FHFA) soll demnach ursprünglich sechs Milliarden Dollar gefordert haben.

Ein JP-Morgan-Sprecher war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Dem größten Geldhaus der Welt werden - wie vielen anderen Großbanken auch - Tricksereien beim Verkauf von Wertpapieren und Immobilienkrediten vor der Finanzkrise zur Last gelegt. Nachdem der US-Häusermarkt kollabiert war, wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein. Viele von ihnen machten danach Schadensersatz geltend, weil sie sich bewusst getäuscht sahen.

Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass JP Morgan Chase weitere 100 Millionen Dollar für das Spekulationsdesaster um den "Wal von London" zahlen muss. Nach einer 17 Monate langen Untersuchung sah es die US-Finanzaufsicht CFTC als erwiesen an, dass Banker der Londoner JP-Morgan-Abteilung den Markt mit massiven Verkäufen geflutet hätten. Das komme einer Manipulation gleich.

Im September hatten bereits vier Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien wegen mangelnder interner Kontrollen Strafen in Höhe von zusammen 920 Millionen Dollar gegen JP Morgan verhängt. Die Rückstellungen für die Rechtsstreitigkeiten hatten zudem dafür gesorgt, dass die Bank im dritten Quartal dieses Jahres erstmals seit neun Jahren einen Verlust hinnehmen musste.

bos/Reuters

insgesamt 29 Beiträge
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DMenakker 19.10.2013
1.
Auf jeden Fall machen die 4 Mrd. Dollar mehr Sinn, als das dämliche Rumgekrampfe in D wegen ein paar Prozentchen mehr für irgendwelche besseren Mittelständlern, an denen man seine Neidreflexe abarbeiten muss und was auch nicht mehr bringt.
thr 19.10.2013
2. Wer zahlt´s denn am Ende?
Zitat von sysopAFPBei Immobilienkrediten und beim Verkauf von Wertpapieren ging es nicht rechtens zu - nun soll JP Morgan Chase vier Milliarden Dollar Strafe zahlen. Darauf hat sich die US-Bank laut "Wall Street Journal" mit der Aufsichtsbehörde geeinigt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/jp-morgan-soll-vier-milliarden-dollar-strafe-zahlen-a-928754.html
Letztendlich doch wieder der "Kleine Mann"! Solange keine Einzelpersonen zur Rechenschaft gezogen werden, wird der Betrug an der Allgemeinheit immer so weitergehen. Denn was juckt die Bank oder den Konzern die Strafe? Wird halt über Gebühren, Preise etc. auf die Kundschaft umgelegt. Schlimmstenfalls knickt mal kurz der Aktienkurs ein...
Claudia_D 19.10.2013
3. Hoffentlich ...
Zitat von sysopAFPBei Immobilienkrediten und beim Verkauf von Wertpapieren ging es nicht rechtens zu - nun soll JP Morgan Chase vier Milliarden Dollar Strafe zahlen. Darauf hat sich die US-Bank laut "Wall Street Journal" mit der Aufsichtsbehörde geeinigt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/jp-morgan-soll-vier-milliarden-dollar-strafe-zahlen-a-928754.html
... tut das weh. Allein mir fehlt so recht der Glaube ...
TS_Alien 19.10.2013
4. .
Es wandert ja kein Bargeld. D.h. die 4 Milliarden sind aufgeplusterte 200 Millionen, wenn überhaupt. Es lebe das virtuelle Geld. Und wenn eine Bank dem zustimmt, wird sie immer noch Geld verdient haben, selbst bei real zu zahlenden 4 Milliarden. Banken, die Strafen zahlen, also Straftaten begangen haben, sollten dichtgemacht werden.
zmmr 19.10.2013
5. Größtes Geldhaus der Welt?
Diese Aussage ist lediglich in Bezug auf die Bilanzsumme zutreffend. Gemäß Marktkapitalisierung wäre Wells Fargo die größte Bank der Welt, der Maßgabe der Eigenkapitalausstattung zufolge wäre dies die Bank of America.
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