Angst vor Manipulationsskandalen JP Morgan verbietet Händlern Chatrooms

Zu Gesprächen in großer Runde müssen sich Händler der US-Bank JP Morgen künftig wohl persönlich treffen. Ihr Arbeitgeber hat ihnen Internetchats mit mehreren Personen verboten. Auch die Deutsche Bank soll ihre Chat-Vorschriften verschärft haben.

JP-Morgan-Filiale in London: Auch private Chat-Gespräche verboten
REUTERS

JP-Morgan-Filiale in London: Auch private Chat-Gespräche verboten


London - Die US-Großbank JP Morgan zieht Konsequenzen aus den vergangenen Manipulationsskandalen - und verbietet ihren Händlern jegliche Art von Internetchats. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters in Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach weitet auch die Deutsche Bank ihre Regelung zu Chatforen aus: Virtuelle Gespräche zwischen mehr als zwei Menschen sind demnach nicht mehr nur Anleihe- und Devisenhändlern untersagt, sondern auch Mitarbeitern im Firmenkunden- und Wertpapiergeschäft.

Die Internetplattformen stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen von Aufsichtsbehörden, die weltweit dem Verdacht von Manipulationen wichtiger Indizes und Referenzkurse durch eine Vielzahl von Banken nachgehen. Die Branchenaufseher durchforsten Tausende von Kurzbotschaften, um Hinweise zu erhalten, ob sich Händler unerlaubt über Kurse ausgetauscht haben. Allein der Libor-Skandal hat die Branche bereits Milliarden an Strafzahlungen gekostet.

Die Mitarbeiter von JP Morgan dürfen die virtuellen Treffpunkte auch nicht mehr für ihre private Kommunikation nutzen, berichtet Reuters weiter. Das Verbot betreffe ebenfalls Chatrooms mit mindestens drei Teilnehmern und werde noch in dieser Woche in Kraft treten. Zudem werde der bilaterale Austausch von JP-Morgan-Händlern mit Kollegen anderer Banken überprüft.

vks/Reuters

insgesamt 8 Beiträge
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t.wallace 17.12.2013
1. optional
Anstatt die Mitarbeiter daran zu erinnern keine strafbaren Handlungen zu begehen wird ihnen verboten sich erwischen zu lassen. Gut zu wissen wo die Banken ihre Prioritäten setzen.
TS_Alien 17.12.2013
2. .
Private Chats kann kein Arbeitgeber verbieten. Chats mit beruflichem Inhalt dürften oftmals bereits gegen geltende Firmenvorschriften und Gesetze verstoßen. Wenn die Banken nun weitere Einschränkungen verlangen, dann hat das einen einzigen Grund: Es sollen Spuren für künftige kriminelle Machenschaften verwischt werden. PS: Hat bereits eine der Großbanken, die hunderte Millionen Euro Strafe für ihre Marktmanipulationen bezahlen müssen, die dafür verantwortlichen ehemaligen Mitarbeiter verklagt? Nein. Warum nicht? Weil das nur die vorgeschobenen Bauernopfer sind.
spon_2294391 17.12.2013
3. Dann wird es halt
über Prepaid Handys geschehen, verschlüsselte Nachrichten etc. Erst wenn Händler und Vorgesetzte massive Strafen erhalten, ändert sich was.
belohorizonte 17.12.2013
4. So muss es sein....
agiert wie Counterparts in der Organisierten Kriminalität. Schade, dass der NSA eure Daten nicht weitergibt. Jetzt könnt ihr unbegrenzt und straffrei kriminell agieren.
KlausM54 18.12.2013
5. privat?
natürlich darf der Arbeitgeber auch private Chats verbieten sofern die Internetnutzung am Arbeitsplatz stattfindet. Derartige IT-Vorschriften gibt es auch in weniger sensiblen Branchen, hauptsächlich damit die Mitarbeiter keine Arbeitszeit verplempern.
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