Grünenpolitikerin Julia Willie Hamburg Neue Aufsichtsrätin sieht Volkswagens Chinastrategie kritisch

Mit Julia Willie Hamburg rückt eine China-Skeptikerin in den VW-Aufsichtsrat. Die Grünenpolitikerin sieht das Engagement in der Unruheregion Xinjiang kritisch – nun hat sie in dem Autokonzern einiges zu sagen.
Julia Willie Hamburg mit Stefan Weil: Beide sind im VW-Aufsichtsrat

Julia Willie Hamburg mit Stefan Weil: Beide sind im VW-Aufsichtsrat

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Der gestrige Beschluss der niedersächsischen Landesregierung, Julia Willie Hamburg (Grüne) in den Aufsichtsrat des VW-Konzerns zu entsenden, könnte spürbare Folgen auf die Chinastrategie des Autoherstellers haben.

Die neue Kultusministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin hat zu ihrer Zeit als Oppositionsführerin vor allem das VW-Engagement in der chinesischen Unruheregion Xinjiang hart kritisiert. Dort wird die muslimische Minderheit der Uiguren systematisch unterdrückt. Sogenannte Umerziehungslager befinden sich auch in der Nähe des VW-Werks.

Das Werk diene offenbar »der chinesischen Führung dazu, die Gewalt gegen die Uiguren zu verharmlosen«, erklärte die Grünenfraktion im niedersächsischen Landtag Mitte des Jahres, »ein deutscher Konzern sollte dem keinen Vorschub leisten«.

VW beteuerte stets, im Werk gebe es keine Verstöße gegen das Menschenrecht. Für den Konzern ist China der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt.

Die 36-jährige Hamburg ist das jüngste Mitglied im VW-Aufsichtsrat. Dort löst sie den bisherigen niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) ab. Zweiter Vertreter der niedersächsischen Landesregierung im Kontrollgremium ist Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte an Europas größtem Autohersteller. Das sogenannte VW-Gesetz erlaubt dem Land ein Vetorecht bei Fragen von besonderer strategischer Tragweite, etwa der Eröffnung oder der Schließung eines Standortes.

sh
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.