Drohender Preiskampf Aktienkurs von Düngemittelkonzern K+S fällt um 25 Prozent

Eine Nachricht aus Russland schickt die Aktie des deutschen Düngemittelherstellers K+S auf Talfahrt: Der weltgrößte Produzent Uralkali steigt aus einer Vertriebsallianz aus. Nun fürchtet die Branche einen Preiskampf.

K+S-Bergwerk in Rheinberg: "Sehr negativen Entwicklung"
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K+S-Bergwerk in Rheinberg: "Sehr negativen Entwicklung"


Frankfurt am Main - Es dauerte nur wenige Minuten, dann waren Papiere von K+S am Dienstagmorgen fast 20 Prozent weniger wert als zu Handelsbeginn. Mit 21,45 Euro fielen die Aktien des deutschen Düngemittelherstellers auf den tiefsten Stand seit April 2007. Bis zum frühen Nachmittag erhöhte sich das Minus nach einer zwischenzeitlichen Erholung auf mehr als 25 Prozent. Insgesamt war die Stimmung an der Börse dagegen gut, der Dax lag leicht im Plus.

Grund für die Talfahrt ist offenbar die Angst vor einem Preiskampf: Der weltgrößte Kali-Produzent Uralkali kündigte den Ausstieg aus einer Vertriebsallianz in Russland an. Künftig sollten alle Exporte über die eigene Handelsgesellschaft und nicht mehr über die Belarusian Potash Company (BPC) erfolgen, teilte Uralkali mit. Laut Branchenkennern dürfte die Aufkündigung der Exportkooperation den Wettbewerb in der Branche insgesamt erhöhen und somit den Druck auf die Preise verstärken. Händlern zufolge ist in Berichten bereits von einem Einbruch um ein Viertel und Preisen von unter 300 Dollar je Tonne die Rede.

Ein Experte sprach von einer "sehr negativen Entwicklung". Sie schwäche die Verhandlungsposition der Pottasche-Verkäufer deutlich. Sollte der Preis wirklich unter die besagten 300 Dollar rutschen, hätte K+S mit den meisten westeuropäischen Bergwerken massive Probleme. Auch ein weiterer Analyst sah im Vergleich zu anderen Marktakteuren gerade K+S von der Uralkali-Entscheidung getroffen, da sie die Nachteile nicht durch höhere Volumina ausgleichen können. Bei Margen und Gewinnen drohe ein deutlicher Einbruch.

dab/dpa



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