Düngemittelhersteller Kassierte Prognose beschleunigt Talfahrt von K+S

Die Prognose für 2013 wurde zurückgenommen, der Verbleib im Dax scheint ungewiss. Angesichts solcher Nachrichten haben Aktien von K+S erneut herbe Verluste erlitten. An einem neuen Bergwerk in Kanada hält der Düngemittelhersteller dennoch fest.

K+S-Werk am Niederrhein: "Erhebliche" Unsicherheit am Düngermarkt
obs / K+S

K+S-Werk am Niederrhein: "Erhebliche" Unsicherheit am Düngermarkt


Frankfurt - Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S hat seine Prognose für 2013 zurückgenommen und damit die Talfahrt der Aktien beschleunigt. Angesichts der "erheblichen" Unsicherheit über die weitere Preisentwicklung im Markt für Kalidüngemittel und als "vorsichtige Kaufleute" könne man nicht länger an den bisherigen Zielen festhalten, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung. Auch das Ziel einer leichten Steigerung des operativen Ergebnisses im Folgejahr sei gefährdet. Die K+S-Papiere verzeichneten bis zum Handelsschluss am Dienstag ein Minus von 8,1 Prozent, während der Dax nur knapp 1,2 Prozent verlor.

Seit der Ankündigung des russischen Kali-Konkurrenten Uralkali, das langjährige Exportbündnis mit dem weißrussischen Staatsunternehmen Belaruskali aufzukündigen, hat die K+S-Aktie mehr als 40 Prozent verloren. Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner hatte für das zweite Halbjahr einen Preisrutsch von mindestens 25 Prozent prognostiziert.

Börsianer sehen dies aber nicht als einzigen Unsicherheitsfaktor. Sie sorgen sich auch um die Zukunft der Aktie in der ersten Börsenliga. "Nach dem jüngsten Kursrutsch gehen wir nun davon aus, dass K+S am nächsten Verkettungstermin im Dax ersetzt wird", sagte DZ-Bank-Analyst Michael Bissinger. Voraussetzung ist Indexexperten zufolge jedoch ein adäquater Ersatz.

Trotz der Probleme wollen die Kasseler weiter Milliarden in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten in Kanada investieren. "Unser Legacy-Projekt liegt im Plan", sagte Steiner. Erst vor wenigen Monaten hatte er einräumen müssen, dass der Bau des neuen Bergwerks in Zentralkanada gut drei Milliarden Euro kosten werde - 630 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Die neue Mine soll im Sommer 2016 den Betrieb aufnehmen und bis Ende 2017 eine Produktionskapazität von mindestens zwei Millionen Tonnen erreichen - derzeit kann K+S jährlich 7,5 Millionen Tonnen Kali fördern.

dab/dpa/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.