KaDeWe-Gruppe Benko holt sich Partner für Luxuskaufhäuser

René Benko hat nach SPIEGEL-Informationen die italienische Handelskette La Rinascente als Partner für die KaDeWe Group gewonnen. Damit unterstreicht der österreichische Karstadt-Besitzer auch sein Interesse am Wettbewerber Kaufhof.
KaDeWe in Berlin: Partner soll Position im Bietergefecht stärken

KaDeWe in Berlin: Partner soll Position im Bietergefecht stärken

Foto: picture alliance / Oliver Lang

Es ist ein geschickter Schachzug zum richtigen Zeitpunkt: Der österreichische Immobilieninvestor René Benko hat nach Informationen des SPIEGEL die italienische Warenhausgruppe La Rinsascente als langfristigen Partner für die Karstadt Premium Group gewonnen. Das wurde den Beschäftigten am Montagabend überraschend mitgeteilt.

Danach sollen 50,1 Prozent der sogenannten KaDeWe Group, bestehend aus dem Berliner KaDeWe, dem Alsterhaus in Hamburg und dem Oberpollinger in München, an die italienische Warenhausgruppe übergehen. Für wichtige Entscheidungen wurde das Einstimmigkeitsprinzip vereinbart. Man begreife den Zusammenschluss als strategische Partnerschaft, um langfristig Marktführer innerhalb Europas zu werden, hieß es. Gemeinsam werde man deshalb einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Weder Benkos Signa-Gruppe noch La Rinascente wollten sich auf Nachfrage zu der Kooperation äußern.

Tatsächlich ist La Rinascente eine der erfolgreichsten Warenhausketten im Luxussegment und tauchte in den vergangenen Jahren immer wieder als möglicher Investor für Karstadt oder Kaufhof auf. Das Unternehmen betreibt derzeit elf Kaufhäuser in ganz Italien, darunter den sogenannten Flagship-Store in Mailand. Seit 2011 gehört das traditionelle italienische Familienunternehmen zu der thailändischen Central Group.

Klar ist aber auch: Der Deal kommt nicht von ungefähr. Nachdem Benko im vergangenen Sommer den kriselnden Karstadt-Konzern von US-Investor Nicolas Berggruen übernommen hat, schielt er jetzt auf Kaufhof, die zweite große deutsche Warenhauskette. Die Metro-Tochter steht zum Verkauf, bis Ende Juni will man sich entscheiden, ob Signa oder der kanadische Warenhausbetreiber Hudson's Bay Company den Zuschlag bekommen. Ohne Kaufhof wären aber die langfristigen strategischen Pläne Benkos hinfällig, Karstadt und Kaufhof zu verschmelzen.

Innerhalb der Metro allerdings gibt es Zweifel, ob Benko und seine Signa-Gruppe ausreichend Handelserfahrung und strategische Kompetenz besitzen, um Kaufhof erfolgreich weiterzuführen. Einen Partner wie La Rinascente als Experten an Bord zu holen und damit die Warenhauskompetenz zu verstärken, dürfte deshalb als Signal an die Zweifler innerhalb der Metro gerichtet sein.