Kaiser's-Tengelmann Edeka und Rewe erzielen wichtigen Durchbruch

Der Einspruch Edekas gegen die Übernahme der Coop-Filialen durch Rewe scheint die Atmosphäre nicht übermäßig getrübt zu haben. Im Streit Läden der Kaiser's-Tengelmann-Gruppe gelang jetzt ein wichtiger Durchbruch.

Tengelmann-Filiale in Mühlheim
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Tengelmann-Filiale in Mühlheim


Die Unterhändler von Rewe und Edeka haben einen wichtigen Fortschritt bei ihren Verhandlungen über die Zukunft der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann erzielt. Es gebe eine Übereinkunft zwischen Edeka und Rewe über die lange umstrittene Aufteilung der Supermärkte, bestätigte am Dienstag ein Rewe-Sprecher. Edeka wollte sich ebenso wie Tengelmann zunächst nicht äußern. Allerdings bedeutet die Einigung noch nicht den finalen Durchbruch, denn bislang blieb der Kaufpreis bei den Gesprächen außen vor. Es sei aber denkbar, dass sich beide Seiten binnen zwei Wochen auf ein Vertragswerk verständigen könnten, hieß es aus eingeweihten Kreisen.

In den Verhandlungen zwischen Edeka und Rewe geht es um die Umsetzung des von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder vermittelten Schlichterspruchs zur Zukunft von Kaiser's Tengelmann vom 31. Oktober. Dieser zielt Insidern zufolge auf den Erhalt der rund 15.000 Arbeitsplätze und eine Aufteilung von Kaiser's Tengelmann ab. Unter anderem sollen etwa in Berlin Filialen mit einem Umsatzvolumen von rund 300 Millionen Euro an Rewe fallen. Die Kölner sollen im Gegenzug zu einer Einigung ihre Klage gegen die Ministererlaubnis für die Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka zurückziehen.

Nächstes Streitthema: Coop

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte Kaiser's Tengelmann ursprünglich als Ganzes an den Branchenprimus Edeka veräußern wollen. Vor mehr als zwei Jahren hatte er die Transaktion besiegelt, Konkurrent Rewe hatte das Nachsehen. Das Bundeskartellamt verweigerte sein Plazet, wurde jedoch von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel per Sondererlaubnis überstimmt. Das Oberlandesgericht Düsseldorf wiederum legte diese Ministererlaubnis nach einer Klage von Rewe auf Eis. Zieht Rewe diese zurück, ist der Weg für Gabriels Sondererlaubnis wieder frei. Kaiser's Tengelmann fällt dann an Edeka - und der Branchenprimus soll nach dem Abschluss einer endgültigen Vereinbarung mit Rewe dann Märkte an die Kölner weiterreichen.

Die jetzt gefundene Einigung ist umso erstaunlicher als Edeka bereits den nächsten Streit anzettelt. Denn die Rechtsanwälte des Handelskonzerns haben nach Informationen der "Lebensmittel Zeitung" Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts eingelegt, die die Übernahme von rund 200 Coop-Filialen durch Rewe absegnet. Ein Sprecher des Oberlandesgerichts Düsseldorf bestätigte am Dienstag den Eingang der Klage. Nach Einschätzung von Edeka habe das Bundeskartellamt bei der Genehmigung nicht durchgehend die gleichen Maßstäbe angelegt wie im Fall Kaiser's Tengelmann, hieß es zur Begründung in mit der Sache vertrauten Kreisen. Zwar hatten Rewe und Coop im Zuge des Genehmigungsverfahrens insgesamt elf Filialen an die unabhängige, mittelständische Bartels-Langness-Gruppe verkauft. Doch reichen diese Einschnitte Edeka offenbar nicht aus.

mik/Reuters/dpa-AFX

insgesamt 2 Beiträge
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INGXXL 15.11.2016
1. Marktwirtschaftlich korrekt
wäre es Tengelmann in die Insolvenz zu entlassen 7nd dann die Filialen einzeln zu verkaufen
kimmberlie.67 16.11.2016
2. Wenn alles schön aufgeteilt ist
kann sich die Belegschaft auf ein schönes Weihnachtsfest freuen,laut Aussage des Erzengels! Da vieles falsch ist was er heraus Posaunt wird sich nicht nach sieben Jahren sondern nach einem Jahr das Personal- Rad drehen.
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