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13. Oktober 2016, 17:59 Uhr

Deal mit Konkurrenz

Rettungsgespräche um Kaiser's Tengelmann sind gescheitert

Die Gespräche zur Rettung von Kaiser's Tengelmann sind gescheitert. Das teilte Konkurrent Rewe mit. Tengelmann-Eigentümer Haub soll für kommende Woche die Zerschlagung angekündigt haben.

Es gibt kaum noch Hoffnung für eine gute Lösung bei der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann. Die Verhandlungen mit den großen Konkurrenten sind jedenfalls gescheitert, alle 15.000 Arbeitsplätze zu retten. Das teilte Konkurrent Rewe mit. Kaiser's Tengelmann stehe nun vor der Zerschlagung, Tengelmann-Eigner Karl-Erivan Haub habe bereits entsprechende Gespräche geführt, heißt es in der Rewe-Mitteilung weiter. Auch Edeka bestätigte das Scheitern der Rettungsgespräche.

Es gebe kein ernsthaftes, überprüfbares und rechtlich umsetzbares Angebot, sagte Rewe-Chef Alain Caparros. Rewe könne die Klage gegen die Ministererlaubnis aber nicht ohne einen fairen Interessenausgleich zurückziehen - sei aber bereit, Kaiser's Tengelmann als Ganzes zu übernehmen. Haub und Edeka-Chef Markus Mosa hätten sich verspekuliert.

Die anderen beteiligten Unternehmen - Edeka, Tengelmann, Norma sowie die Handelskooperation Markant - wollten sich nicht äußern oder waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Laut der "Süddeutschen Zeitung" hat Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub in einer E-Mail an den Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Frank Bsirske, angekündigt, in der kommenden Woche mit der Zerschlagung beginnen zu wollen. Er werde seine Mitarbeiter an diesem Freitagnachmittag darüber informieren. Bislang wird geschätzt, dass in diesem Fall 8000 der rund 15.000 Arbeitsplätze gefährdet sind.

Die Vertreter von Edeka, Rewe, Tengelmann, Norma sowie der Handelskooperation Markant hatten sich der Gewerkschaft Verdi zufolge bei einem Spitzentreffen in der vergangenen Woche eigentlich auf das Ziel verständigt, die Ministererlaubnis für eine Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka doch noch umzusetzen.

Die Edeka-Konkurrenten sollten dazu ihre juristischen Beschwerden gegen die Sondererlaubnis von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zurücknehmen. Nun feilschten die Einzelhändler um Details. Bis zum 17. Oktober sollte eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, hatte Ver.di weiter mitgeteilt.

fdi/dpa

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