"Unseriöses Angebot" Tengelmann wirft Rewe Ausforschungstaktik vor

Nach dem Platzen der Rettungsgespräche wirft Kaiser's Tengelmann dem Konkurrenten Rewe vor, die Gespräche zum Ausforschen des Unternehmens genutzt zu haben. Ein Übernahmeangebot hat die Kette brüsk abgelehnt.
Kaisers's- Supermarkt in Viersen (Nordrhein-Westfalen)

Kaisers's- Supermarkt in Viersen (Nordrhein-Westfalen)

Foto: Ina Fassbender/ dpa

Im Streit um die offenbar vor der Zerschlagung stehende Supermarktkette Kaiser's Tengelmann wird der Ton rau. Das Handelsunternehmen hat nach dem Scheitern von Verhandlungen über eine einvernehmliche Rettung ein Übernahmeangebot des Rivalen Rewe brüsk zurückgewiesen. Die Offerte sei "unseriös, wie alle bisherigen Angebote von Rewe", sagte eine Tengelmann-Sprecherin.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Gespräche über eine Rettung von Kaiser's Tengelmann gescheitert sind. Die Kette wollte ursprünglich mit der Edeka-Gruppe fusionieren, das Oberlandesgericht Düsseldorf gab aber einer Klage des Konkurrenten Rewe recht. Nach dem Platzen der Gespräche erklärte Rewe seine Bereitschaft, Kaiser's Tengelmann als Ganzes zu übernehmen - inklusive der Verwaltung, der Logistik, der Lager und Fleischwerke. Rewe stehe zudem zu seiner Zusage, alle Arbeitsplätze abzusichern. Auch "etwaige kartellrechtliche Risiken" wolle man übernehmen.

Kaiser's Tengelmann hält das für unrealistisch. "Auch Rewe kommt nicht am Kartellamt vorbei", so die Firmensprecherin. Sie warf Rewe zudem unlauteres Verhalten vor. Der Konkurrent habe während der Verhandlungen versucht, an Datenmaterial der Kette zu kommen, um Informationen für eine Übernahme einzelner Teile zu sammeln. Rewe hat diese Kritik zurückgewiesen. Tengelmann appelliere zudem an Rewe, Markant und Norma, ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen und die Klagen gegen die Ministererlaubnis für eine Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka zurückzuziehen.

beb/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.