"Unseriöses Angebot" Tengelmann wirft Rewe Ausforschungstaktik vor

Nach dem Platzen der Rettungsgespräche wirft Kaiser's Tengelmann dem Konkurrenten Rewe vor, die Gespräche zum Ausforschen des Unternehmens genutzt zu haben. Ein Übernahmeangebot hat die Kette brüsk abgelehnt.

Kaisers's- Supermarkt in Viersen (Nordrhein-Westfalen)
DPA

Kaisers's- Supermarkt in Viersen (Nordrhein-Westfalen)


Im Streit um die offenbar vor der Zerschlagung stehende Supermarktkette Kaiser's Tengelmann wird der Ton rau. Das Handelsunternehmen hat nach dem Scheitern von Verhandlungen über eine einvernehmliche Rettung ein Übernahmeangebot des Rivalen Rewe brüsk zurückgewiesen. Die Offerte sei "unseriös, wie alle bisherigen Angebote von Rewe", sagte eine Tengelmann-Sprecherin.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Gespräche über eine Rettung von Kaiser's Tengelmann gescheitert sind. Die Kette wollte ursprünglich mit der Edeka-Gruppe fusionieren, das Oberlandesgericht Düsseldorf gab aber einer Klage des Konkurrenten Rewe recht. Nach dem Platzen der Gespräche erklärte Rewe seine Bereitschaft, Kaiser's Tengelmann als Ganzes zu übernehmen - inklusive der Verwaltung, der Logistik, der Lager und Fleischwerke. Rewe stehe zudem zu seiner Zusage, alle Arbeitsplätze abzusichern. Auch "etwaige kartellrechtliche Risiken" wolle man übernehmen.

Kaiser's Tengelmann hält das für unrealistisch. "Auch Rewe kommt nicht am Kartellamt vorbei", so die Firmensprecherin. Sie warf Rewe zudem unlauteres Verhalten vor. Der Konkurrent habe während der Verhandlungen versucht, an Datenmaterial der Kette zu kommen, um Informationen für eine Übernahme einzelner Teile zu sammeln. Rewe hat diese Kritik zurückgewiesen. Tengelmann appelliere zudem an Rewe, Markant und Norma, ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen und die Klagen gegen die Ministererlaubnis für eine Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka zurückzuziehen.

beb/AFP/dpa



insgesamt 28 Beiträge
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Referendumm 14.10.2016
1. Moderator
Vielleicht sollten sich die Beteiligten mal mit einem einflussreichen Moderator zusammen setzen (müssen). Aber bitte nicht mit diesem unsäglichen Gabriel. Mit seiner Dummheit hat er doch erst einmal alles vermasselt. Und so etwas nennt sich Wirtschaftsminister - Anti-W.. wäre besser.
carinanavis 14.10.2016
2. Poker
Lächerlich, was REWE und der vielgelobte Alain Caparros hier abziehen. Man klagt gegen die "unlautere" Fusion von EDEKA und Kaiser´s Tenglmann, um letzteres an den Abgrund zu bringen. Dann aber tritt REWE als Retter in der Not auf und betreibt eine Übernahme ... Weshalb die zuvor gegen EDEKA vorgebrachten Argumente (Monopol, Kartell) für REWE jetzt nicht gelten sollen, erschließt sich wohl nur neoliberalen Heuchlern erster Güte.
gersois 14.10.2016
3. Alain Caparros
Bei Alain Caparros können sich die entlassenen Tengelmann-Mitarbeiter bedanken. Sein Poker-spielchen, seine rücksichtslos französische Art der Wirtschaftspolitik sind Schuld an einem Schietern der Verhandlungen, nicht der ungeschickt agierende Minister Gabriel!
bigfraggle007 14.10.2016
4.
Zitat von carinanavisLächerlich, was REWE und der vielgelobte Alain Caparros hier abziehen. Man klagt gegen die "unlautere" Fusion von EDEKA und Kaiser´s Tenglmann, um letzteres an den Abgrund zu bringen. Dann aber tritt REWE als Retter in der Not auf und betreibt eine Übernahme ... Weshalb die zuvor gegen EDEKA vorgebrachten Argumente (Monopol, Kartell) für REWE jetzt nicht gelten sollen, erschließt sich wohl nur neoliberalen Heuchlern erster Güte.
Vielleicht schauen Sie sich einfach mal die Marktanteile im Lebensmittelhandel an. Da sind Rewe und Kaisers zusammen nicht so groß wie Edeka. Ihre Frage sollten daher nicht nur "neoliberale Heuchler" beantworten können.
Kommentarschreiber 14.10.2016
5. @Nummer 2
Zitat von carinanavisLächerlich, was REWE und der vielgelobte Alain Caparros hier abziehen. Man klagt gegen die "unlautere" Fusion von EDEKA und Kaiser´s Tenglmann, um letzteres an den Abgrund zu bringen. Dann aber tritt REWE als Retter in der Not auf und betreibt eine Übernahme ... Weshalb die zuvor gegen EDEKA vorgebrachten Argumente (Monopol, Kartell) für REWE jetzt nicht gelten sollen, erschließt sich wohl nur neoliberalen Heuchlern erster Güte.
Weil Rewe (zumindest laut der Grafik im Artikel vom 14.10.2016) einen deutlich geringeren Marktanteil als Edeka besitzt (47 Mrd. € vs. 27 Mrd. €) und daher die Gefahr einer marktbeherrschenden Stellung hier weit weniger gegeben ist (-> http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/kartellamt-blockiert-kauf--102777593.html).
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