Weltgrößter Onlineversandhändler Kalifornien reicht Kartellrechtsklage gegen Amazon ein

Hat der Onlineriese Amazon gegen kalifornisches Kartellrecht verstoßen? Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Konzern vor, den Wettbewerb zu schädigen und seine Marktmacht zu missbrauchen.
Amazon-Logo (2020 in New York)

Amazon-Logo (2020 in New York)

Foto: Brendan McDermid / REUTERS

Der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat Kalifornien hat den weltgrößten Onlineversandhändler Amazon wegen angeblicher kartellrechtlicher Verstöße verklagt. Das Unternehmen treibe die Preise durch wettbewerbsschädigendes Verhalten nach oben und verletze dadurch kalifornisches Recht, erklärte Generalstaatsanwalt Rob Bonta in San Francisco.

Eine Stellungnahme Amazons zu den Vorwürfen lag zunächst nicht vor.

Staatsanwalt Bonta beschuldigt Amazon unter anderem, Drittanbietern Knebelverträge aufzuzwingen, die es ihnen verbieten, ihre Waren günstiger auf anderen Handelsplattformen zu verkaufen. Wegen der großen Marktmacht des Konzerns könnten sich kleinere Verkäufer nicht wehren und Endkunden würden letztlich »künstlich überhöhte« Preise zahlen. »Die Realität ist: Viele der Produkte, die wir im Internet kaufen, wären bei freien Marktkräften günstiger«, sagte Bonta.

Für Hunderttausende Drittanbieter stelle Amazons Onlinemarktplatz praktisch ihr gesamtes Geschäft dar, so der Staatsanwalt weiter. Durch die hohe Abhängigkeit könne das Unternehmen ihnen die Bedingungen diktieren.

Kritiker werfen Amazon schon lange den Missbrauch seiner Marktmacht vor. Zu den Anschuldigungen zählt auch, dass der Konzern seine eigenen Marken auf der Plattform bevorteile, Handelsdaten zur Ausspähung von Drittanbietern nutze und deren Produktideen kopiere.

jso/dpa
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