Kampf um PC-Pionier Dell Milliardär Icahn torpediert Übernahme

24,4 Milliarden Dollar hat Michael Dell geboten, um den von ihm gegründeten gleichnamigen PC-Hersteller zurückzukaufen. Nun stellen sich zwei Großinvestoren quer. Sie wollen verhindern, dass der Firmengründer den angeschlagenen Konzern von der Börse nimmt. 

Investor Carl Icahn: Gegenentwurf zu Übernahmeplänen
Getty Images

Investor Carl Icahn: Gegenentwurf zu Übernahmeplänen


New York - 25 Jahre nach dem Börsengang soll der Computerkonzern Dell von dem Parkett verschwinden. Um das Unternehmen vor dem Verfall zu bewahren, will Firmengründer Michael Dell den gleichnamigen PC-Hersteller zurückkaufen - und hat hierzu eine 24,4 Milliarden Dollar schwere Übernahme ausgehandelt. Nun haben die beiden Großaktionäre Southeastern Asset Management und der Milliardär Carl Icahn einen Gegenentwurf zu den Übernahmeplänen des Firmengründers vorgestellt: Ihrem Vorschlag zufolge sollen bisherige Aktionäre ihre Anteile behalten können und zusätzlich zwölf Dollar in bar oder neue Aktien bekommen.

Finanziert werden sollte das Vorhaben aus dem vorhandenen Bargeld und der Aufnahme von etwa 5,2 Milliarden Dollar neuer Schulden. Icahn, der Konzernanteile im Wert von einer Milliarde Dollar hält, machte erneut deutlich, dass er gegen die Pläne des Firmengründers stimmen werde. Vorzuziehen sei eine Lösung, bei der die Großaktionäre nach einer Übernahme immer noch einen Anteil an einem börsennotierten Unternehmen besäßen, so Icahn.

"Wir glauben daran, dass unser Vorschlag dem von Dell überlegen ist", teilte der Milliardär mit. Icahn und Southeastern halten nach eigenen Angaben annähernd 13 Prozent der Dell Chart zeigen-Aktien. Firmengründer Dell, der rund 16 Prozent an dem Konzern hält, will die Übernahme zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake realisieren. Dells Angebot halten Southeastern und Icahn, aber auch andere einflussreiche Großaktionäre für zu niedrig. Auf einen Mitstreiter mussten sie jedoch bereits verzichten. Ein vom Finanzinvestor Blackstone geführtes Konsortium war im April aus dem Rennen ausgestiegen, weil die Computerverkäufe im ersten Quartal zu schwach ausfielen. Icahn hatte mit Blackstone Gespräche über eine Bieterallianz geführt.

Michael Dell will den Anteilseignern hingegen ihre Aktien für 13,65 Dollar pro Stück abkaufen und den Computerkonzern anschließend von der Börse nehmen, um ihn ohne die Einmischung anderer Aktionäre radikal umbauen zu können. Hintergrund hierfür sind die massiven Probleme des PC-Herstellers, da der Markt für Notebooks und Desktop-Computer stark rückläufig ist. Die Nutzer greifen immer häufiger zu Smartphones und Tablets.

Dell hatte die Firma 1984 als Direktversender im Studentenwohnheim gegründet und 1988 an die Börse gebracht. 2007 kehrte er nach mehreren Jahren Pause an die Konzernspitze zurück, nachdem Dell die Führung im PC-Markt an Hewlett-Packard verlor. Zuletzt war auch noch der chinesische Konzern Lenovo vorbeigezogen.

lei/dpa/Reuters



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gucky2009 11.05.2013
1. Wir glauben daran, dass unser Vorschlag dem von Dell überlegen ist
Klar doch. Überlegen für die Aktionäre um kurzfristig Geld zu machen. U.a. aber der Genickbruch für Dell wenn man noch neben den fehlenden Bargeld noch 5 Mrd. Schulden stemmen muss.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.