Fotostrecke

Waldbrände in Kanada: Öl im Feuer

Foto: Ryan Remiorz/ AP

Waldbrände Feuer in Kanada lassen Ölpreis steigen

Die Waldbrände in Kanada treffen eines der wichtigsten Ölförderländer der Welt - die Preise für den Rohstoff steigen. Im Kampf gegen die Flammen gibt es jetzt Hoffnung.

Die gewaltigen Waldbrände in Kanada wirken sich auch auf die Ölpreise aus. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Marke WTI erhöhte sich am Montag um 1,9 Prozent auf 45,52 Dollar, die Nordseesorte Brent   kostete mit 46,00 Dollar 1,4 Prozent mehr.

Die Waldbrände hatten Anfang vergangener Woche die für Kanadas Ölsandgewinnung bekannte Stadt Fort McMurray überrollt. Sie wurde geräumt, nach ersten Schätzungen liegen dort mindestens 1600 Gebäude in Schutt und Asche. Shell   und andere Ölkonzerne mussten ihre Förderung vor Ort einstellen.

Kanada gehört zu den wichtigsten Ölproduzenten der Welt. Durch die Feuer wurde seine Produktion um rund ein Fünftel gedrosselt. Im Kampf gegen die gewaltige Feuerfront im Westen Kanadas gibt es jedoch erstmals Hoffnung. Das Flammenmeer habe sich am Sonntag nicht so rasend ausgebreitet wie befürchtet, sagte die Regierungschefin der betroffenen Provinz Alberta, Rachel Notley, nach Angaben des Fernsehsenders CTV auf einer Pressekonferenz. "Es ist erheblich kleiner, als wir es befürchtet hatten."

CTV zufolge hatte der Brand bis zum Sonntagnachmittag nach Schätzungen eine Fläche von 1610 Quadratkilometern erfasst, das ist etwa doppelt so groß wie Hamburg. Das seien zwar 100 Quadratkilometer mehr als am Samstag, aber 400 weniger als ursprünglich von der Feuerwehr erwartet. Zudem könnte ein Wetterwechsel den mehr als 1000 Feuerwehrleuten bei ihrem Kampf helfen. Allerdings gab es zugleich Befürchtungen, dass der Kaltfront Stürme vorausgehen und die Flammen zumindest vorübergehend wieder heftig vorwärtsgepeitscht werden könnten. Sie bewegen sich aber ostwärts, und bei der derzeitigen Richtung liegen keine weiteren Orte in ihrem Weg.

Saudi-Arabien tauscht Ölminister aus

Der Ölpreis war in den vergangenen zwei Jahren von 115 Dollar auf zeitweise unter 30 Dollar eingebrochen. Grund ist ein großes Überangebot am Weltmarkt. US-amerikanische Schiefergasproduzenten haben ihre Förderung deutlich ausgeweitet, zugleich konnte sich das von Saudi-Arabien dominierte Ölkartell Opec bislang nicht auf eine spürbare Begrenzung der Fördermengen einigen.

Nun gilt ein Führungswechsel in Saudi-Arabien als weiterer Grund für die steigenden Preise: König Salman entließ den einflussreichen Ölminister Ali al-Naimi, der das Ressort seit 1995 geführt hatte. Zum Nachfolger wurde der frühere Gesundheitsminister und Chef des Ölgiganten Aramco, Chaled al-Falih, ernannt.

Der 80-jährige Ali al-Naimi galt lange als einer der einflussreichsten Vertreter des weltweiten Energiesektors. Nur ein Wort von ihm konnte die Ölmärkte bewegen. Er verfolgte den Kurs, auch in Zeiten niedriger Ölpreise an der Fördermenge festzuhalten, um Konkurrenten mit höheren Förderkosten aus dem Rennen zu schlagen. Unter König Salman schwand allerdings zunehmend sein Einfluss.

Als Teil des Umbaus wird das Ölressort vergrößert und in Ministerium für Energie, Industrie und Bodenschätze umbenannt. Der Schritt soll Beobachtern zufolge die jüngst eingeleiteten wirtschaftlichen Reformen stützen, mit denen der weltgrößte Ölexporteur seine Abhängigkeit von den schrumpfenden Rohstoffeinnahmen verringern will.

dab/dpa/Reuters