Kapitalbedarf Commerzbank könnte Eurohypo an den Bund abgeben

Die Commerzbank braucht dringend Geld, um sich gegen die Schuldenkrise in Europa zu wappnen. Nun erwägt das Kreditinstitut laut einem Zeitungsbericht, seine Tochter Eurohypo zu verkaufen - an den Staat. Bei dem Deal müsste das Geldhaus einen empfindlichen Verlust hinnehmen.
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am Main: Genügend großer Verlust

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am Main: Genügend großer Verlust

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Die verschärften Kapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht EBA könnte die Commerzbank zu einem Verkauf bewegen: Das Kreditinstitut erwägt einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge, ihren Immobilienfinanzierer Eurohypo mit Verlust an den Staat abzutreten. Das Geldhaus wolle so die Lücke zu den neun Prozent Kernkapital verringern, die die EBA ab dem nächsten Jahr verlangt. Zudem wolle die Commerzbank verhindern, dass die EU-Kommission erneut ein Beihilfeverfahren einleitet.

Der Bank fehlen etwa drei bis fünf Milliarden Euro, um die Auflagen der EBA zu erfüllen, wie jüngst bekannt wurde. Der Immobilienfinanzierer, der im Übrigen defizitär ist, gehört ohnehin nicht mehr zum Kerngeschäft der Commerzbank  . Zudem würde ein Verkauf die Bilanz des Instituts entlasten. Bis Ende 2014 muss sie die Tochter ohnehin abstoßen, um Auflagen der EU für die Hilfen während der Finanzkrise zu erfüllen.

Da der Staat allerdings die Eurohypo kaufen soll, muss die Commerzbank einen Verlust in Kauf nehmen. Hintergrund ist, dass die EU-Kommission einschreiten muss, wenn Staaten kriselnde Banken finanziell unterstützen. Die Bank strebe dabei eine "marktwirtschaftliche Lösung" an, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen Insider: Wenn der Verlust für die Commerzbank bei einem Verkauf an den Bund nur groß genug sei, könnten die Wettbewerbshüter das nicht als Unterstützung seitens des Staates werten und der Ausgliederung zustimmen.

fdi/dapd/Reuters
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