Kapitalerhöhung Porsche befreit sich von Großteil seiner Schulden

Porsche ist eine riesengroße Last los: Der Sportwagenkonzern hat fast fünf Milliarden Euro bei Anlegern eingesammelt - und kann damit seinen Schuldenberg stark verkleinern. Auch der Fusion mit Volkswagen steht nun kaum noch etwas im Wege.
Porsche-Logo: Schuldenberg betrug zuletzt mehr als sechs Milliarden Euro

Porsche-Logo: Schuldenberg betrug zuletzt mehr als sechs Milliarden Euro

Foto: THOMAS KIENZLE/ AFP

Stuttgart - Volkswagen   ist fast am Ziel: Europas größter Autobauer kann Porsche   in Kürze wohl komplett übernehmen. Denn der Sportwagenkonzern hat sich von seiner größten Schuldenlast befreit - und damit die größte Hürde bei der Übernahme ausgeräumt. Die Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE sammelte bei einer Kapitalerhöhung rund 4,9 Milliarden Euro ein, wie das Unternehmen am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Die Einnahmesumme war erwartet worden. "Mit der erfolgreichen Kapitalerhöhung und der damit verbundenen weitgehenden Entschuldung der Porsche SE machen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zum integrierten Automobilkonzern", sagte der Chef der Porsche-Dachgesellschaft und VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn.

Der Wolfsburger Konzern hatte stark auf die Kapitalerhöhung gesetzt, weil er bei der Übernahme kein unnötiges finanzielles Risiko eingehen will. Der Porsche-Schuldenberg betrug zuletzt 6,3 Milliarden Euro. Er kann nun auf rund 1,5 Milliarden Euro schrumpfen.

Die Inhaber der an der Börse gehandelten Vorzugsaktien rissen sich fast um die Papiere. Fast alle Aktien seien an die Altaktionäre gegangen, hieß es. Die Stammaktionäre, die Eignerfamilien Porsche und Piëch sowie das Golf-Emirat Katar, hatten ihre Teilnahme an der Kapitalaufstockung ohnehin zugesagt.

Doch die Übernahme könnte noch aus einem anderen Grund scheitern: Bereits seit mehr als einem Jahr ziehen sich die Ermittlungen gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen früheren Finanzchef Holger Härter hin. Solange diese nicht abgeschlossen sind, ist der Zeitplan für das Zusammengehen noch in diesem Jahr gefährdet.

Wiedeking und Härter hatten versucht, VW zu schlucken. Dabei waren sie jedoch gescheitert - und hatten den Porsche-Konzern völlig überschuldet hinterlassen.

yes/dpa
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