Drohende Sanktionen Karin Kneissl gibt Aufsichtsratsposten bei Rosneft auf

Auf ihrer Hochzeitsfeier tanzte sie mit Kremlchef Putin. Und sie verdiente viel Geld in Diensten des russischen Gasriesen Rosneft. Jetzt tritt die ehemalige Außenministerin Österreichs Karin Kneissl von ihrem Posten zurück.
Ehemalige Außenministerin Kneissl: Entschließung des EU-Parlaments

Ehemalige Außenministerin Kneissl: Entschließung des EU-Parlaments

Foto: Giuseppe Lami / EPA-EFE / REX / Shutterstock

Die ehemalige österreichische Außenminsterin Karin Kneissl gibt ihren Posten als Aufsichtsrätin des russischen Gasriesen Rosneft auf. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters ohne Quellen zu nennen. Die folgt damit dem Schritt von Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Matthias Warnig, einem deutschen Geschäftsmann.

In der vergangenen Woche hatte die Europäische Union den Druck auf Kneissl und andere ehemalige Politiker erhöht, die noch immer für russische Energiekonzerne tätig sind. Diskutiert wird über direkte Sanktionen. Der Entwurf der Entschließung wird von einem breiten Bündnis von Konservativen, Liberalen und Grünen und auch Sozialdemokraten im EU-Parlament unterstützt.

Kneissl, die zwischen 2017 und 2019 für die FPÖ als Außenministerin tätig war, sitzt bislang unter anderem im Aufsichtsrat von Rosneft. Sie pflegte ebenfalls enge Beziehungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin – der als Ehrengast auf ihrer Hochzeit im Jahr 2018 auftrat. Erst im März 2022 landete sie auf deren schwarzen Liste für Desinformation, gezielte Destabilisierung westlicher Demokratien und Einflussnahme aus dem Ausland.

mik/Reuters