Karstadt Gläubiger stimmen Insolvenzplan zu

Die Gläubiger der insolventen Warenhauskette Karstadt haben den Weg für den Einstieg eines Investors frei gemacht. Sie stimmten am Montag dem Insolvenzplan zur Rettung des Unternehmens zu. Interessenten sollen ihre Angebote bis zum 23. April vorlegen.

Karstadt-Gläubigerversammlung: Schmerzhafte Einschnitte für alle Beteiligten
AP

Karstadt-Gläubigerversammlung: Schmerzhafte Einschnitte für alle Beteiligten


Essen - Die Zustimmung der Gläubigerversammlung ist ein wichtiger Schritt. Doch es bleibt noch eine Menge Arbeit, um den angeschlagenen Handelskonzern Karstadt endgültig über den Berg zu bringen. So drohen den 120 Filialen auch nach dem möglichen Einstieg eines Investors weitere Einschnitte. "Die eigentliche Restrukturierung hat Karstadt noch vor sich", sagte der für den Insolvenzplan zuständige Rechtsanwalt Helmut Balthasar bei der Gläubigerversammlung in Essen. Mit dem vorgelegten Insolvenzplan habe das Unternehmen jedoch nun eine Chance zum Überleben.

Für den Insolvenzplan hatten sich unter anderem Vermieter, Beschäftigte und Dienstleiter bereits zu Sanierungsbeiträgen in Millionenhöhe verpflichtet. Die rund 26.000 Beschäftigten etwa verzichten für einen Zeitraum von drei Jahren unter anderem auf Weihnachts- und Urlaubsgeld und ersparen dem Unternehmen so mehr als 150 Millionen Euro. Bis Ende März waren unter der Regie des Insolvenzverwalters bereits 13 Filialen geschlossen und rund tausend Arbeitsplätze abgebaut worden.

Görg will bis zum Monatsende einen Investor für die Warenhauskette als Ganzes finden und hat nach eigenen Angaben bereits aussichtsreiche Gespräche mit verschiedenen Interessenten geführt. Im Vorfeld der Veranstaltung zeigte sich der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Helmut Patzelt optimistisch, dass eine Rettung der Warenhauskette gelingen könne.

Von über 2,7 Milliarden Euro an angemeldeten Forderungen waren bei der Veranstaltung 2,45 Milliarden Euro durch 154 in Essen tatsächlich erschienene Gläubiger vertreten. Die Gläubiger werden nach den Regelungen des vorgestellten Insolvenzplans auf bis zu 97 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Zusätzliche Einnahmen können die Gläubiger etwa bei einer Reduzierung der angemeldeten Forderungen etwa durch die Finanzbehörden und bei einem Verkauf der Warenhauskette erwarten.

mik/dpa



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