Karstadt Staatsanwälte ermitteln gegen Urban und Meinhardt

Im Fall des insolventen Arcandor-Konzerns ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ehemalige Führungskräfte - darunter Ex-Vorstandschef Urban und Kontrolleur Meinhardt. Sie sollen Karstadt-Immobilien weit unter Wert verkauft haben.

Karstadt-Fassade in Köln: Ermittlungen gegen rund 20 ehemalige Führungskräfte
dpa

Karstadt-Fassade in Köln: Ermittlungen gegen rund 20 ehemalige Führungskräfte


Essen - Sie stehen unter dem Verdacht der Untreue und der Beihilfe dazu: Gegen rund 20 Personen im Umfeld des früheren KarstadtQuelle-Konzerns ermitteln die Staatsanwaltschaften in Bochum und Köln ermitteln inzwischen. Dazu gehören seit neuestem auch der einstige Vorstandschef Wolfgang Urban, Ex-Vorstand Norbert Nelles und der ehemalige Aufsichtsratschef Hans Meinhardt. Das berichtet das manager magazin.

Sie werden beschuldigt, fünf Warenhäuser um 66 Millionen Euro zu billig an den Esch-Fonds verkauft und später wissentlich und billigend weit überhöhte Mieten für die umgebauten Objekte akzeptiert zu haben.

In derselben Sache hat Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg bereits im Juli eine Klage gegen elf ehemalige Manager und Aufsichtsräte auf Schadenersatz in Höhe von 175 Millionen Euro eingereicht. Ob Görgs Klage im Erfolgsfall nachträglich die Insolvenzkasse auffüllen kann, ist jedoch offen. Da die Klage in vielen Fällen vorsätzliches Handeln nahelege, ist es nach Angaben des manager magazin fraglich, ob die Manager-Haftpflichtversicherung zahlt.

Insolvenzverwalter muss weiter auf Vergütung warten

Der Insolvenzverwalter selbst und die Mitglieder des Gläubigerausschusses müssen weiter auf ihre Vergütung von insgesamt 34 Millionen Euro warten: Sieben Gläubiger haben gegen die Höhe des Betrages Beschwerde eingelegt, teilte das Amtsgericht Essen mit und bestätigte einen Bericht der "Financial Times Deutschland". Laut der Zeitung ist unter ihnen auch ein Unternehmen, das schon Einspruch gegen den Insolvenzplan eingelegt hatte und zusammen mit anderen Unternehmen die Übernahme durch Berggruen herausgezögert hatte.

Das Gericht will jetzt die Beteiligten anhören und voraussichtlich Anfang November entscheiden. Bleibt das Gericht bei der Festsetzung der Zahlungshöhe, geht die Beschwerde automatisch an das Landgericht Essen weiter, sagte der Sprecher.

fdi/dpa



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angela_merkel 21.10.2010
1. wenn das schon Untreue darstellen soll ...
... läppische 175 Mio EUR zu entwenden, dann hat nächste Woche kaum ein DAX-Unternehmen mehr einen funktionsfähigen Vorstand.
Transmitter, 21.10.2010
2. Komisch!
Zitat von sysopIm Fall des insolventen Arcandor-Konzerns ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ehemalige Führungskräfte - darunter Ex-Vorstandschef Urban und Kontrolleur Meinhardt. Sie sollen Karstadt-Immobilien weit unter Wert verkauft haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,724512,00.html
Dieser Verdacht ging bereits durch die Presse, als Urban noch in Amt und Würden war. Nur war damals kein konkreter Anhaltspunkt dafür erkennbar, warum Urban diesen Ausverkauf zu Lasten von KarstadtQuelle sanktionierte. Fahrlässigkeit, Ignoranz oder Unfähigkeit reichen ja nicht, ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren loszutreten. Es scheint also neue Erkenntnisse zu geben. . . .
CHANGE-WECHSEL 21.10.2010
3. Manager und Bankster
Zitat von sysopIm Fall des insolventen Arcandor-Konzerns ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ehemalige Führungskräfte - darunter Ex-Vorstandschef Urban und Kontrolleur Meinhardt. Sie sollen Karstadt-Immobilien weit unter Wert verkauft haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,724512,00.html
Auch wenn das Gesetzt Lücken hat, so ist doch das Verhalten dieser Individuen kriminell. Die Kriminellen im feinen Zwirn haben die fette Gans geschlachtet und unter sich aufgeteilt. Doch selbst der Insolvenzverwalter setzt dieses kriminelle Verhalten mit seiner absurden Vergütung fort. Niemand braucht diese Kriminellen in Deutschland. Hier mal eine Rechnung wie Reiche rechnen: Am Schlachtfest über den Esch-Fond war auch die Familie Mittelsten Scheid des Staubsaugerproduzenten Vorwerk beteiligt. Scheinbar hat jeder 4 Haushalt einen Vorwerk. Würden also die 10.000 Karstadt Mitarbeiter ihren Job verlieren, so könnte jeder 4 Haushalt, also 2.500 Mitarbeiter/Haushalte keinen Vorwerk mehr kaufen. Schlecht für die Vorwerk Mitarbeiter. Welches Unternehmen ist nun den Mittelsten Scheid wichtiger? Vorwerk oder der Esch-Fond mit den überteuerten und ruinösen Karstadt-Mieten? Wer eine Gans nach der anderen aus Gier schlachtet, muss sich nicht wundern, wenn eines Tages das Gehe leer ist.
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